10. April 2016 – „Die Euro- und Finanzkrise führt zu einer „Flucht in Sachwerte“. Immobilien werden als Altersvorsorge, rentable Anlage oder als selbstgenutztes Eigentum immer interessanter“, so heißt es auf der Homepage der Fürther Immobilientage, die am Wochenende in der Stadthalle stattfinden. Für viele Fürther Bürger*innen mag das zutreffen. Doch was die gute Rendite für den einen ist, bedeutet eine hohe Miete für den anderen. Was ist mit denen, die nicht über die finanziellen Mittel für eigenen Wohnraum verfügen und die die Mieten für die „rentablen Anlagen“ aufbringen müssen? Der Bereich des sozialen Wohnungsbaus wurde in der Stadt Fürth in den letzten Jahren vernachlässigt und stattdessen hat man sich auf den freien Markt verlassen. Der jedoch optimiert seine Bautätigkeit in der Regel für Investoren und nicht im Sinne der Wohnungssuchenden. Ein Antrieb für das Fürther Sozialforum, diesen Sonntag anlässlich der Immobilienmesse in der Fürther Stadthalle für mehr Sozialwohnungsbau zu demonstrieren.
In Fürth ist die Zahl der Sozialwohnungen zwischen 2001 und 2013 um 40 Prozent geschrumpft. „Das ist eine beängstigende Entwicklung, gegen die schnell greifende und weitreichende Maßnahmen umgesetzt werden müssen“ findet die grüne Stadtratsfraktion. „Sozialer Wohnungsbau und demographischer Wandel“ war auch das Thema der 19. Metropolregion Nürnberg Konferenz (MNK) die vor kurzem in Nürnberg stattfand. Auf diesen regelmäßigen Treffen tauschen sich GRÜNE Stadt-, Gemeinde- und Kreisrät*innen der Metropolregion über kommunale Themen von überörtlicher Bedeutung aus.
Die Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass in der Metropolregion dringend zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum benötigt wird. Und zwar in einer ausgewogenen Mischung aus öffentlich geförderten und frei finanzierten Wohnungen für alle Altersgruppen mit einem guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Eine bessere Durchmischung lässt sich auch bei bestehenden Wohngebieten nachträglich mit der Überarbeitung von Bebauungsplänen erreichen.
Die Rahmenbedingungen für den Neubau von Wohnungen sind derzeit so gut wie lange nicht mehr: Extrem niedrige Bauzinsen und ein Zuschuss des Freistaates Bayern von 300 € pro m² für öffentlich geförderten Wohnraum bieten Chancen, die Städte und Gemeinden jetzt nutzen müssen. Doch städtische Wohnungsbaugesellschaften können dies nicht alleine leisten. Die Stadt Fürth muss sich stärker engagieren, um Baugenossenschaften, Bauherrrengemeinschaften und ähnliche Projekte stärker voranzubringen, um sicherzustellen, dass zügig genügend bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. „Der Bedarf ist da, die Rahmenbedingungen sind günstig – nun müssen wir mit Hochdruck an der Umsetzung arbeiten“, so die GRÜNEN-Stadtratsfraktion.
- Fürther Sozialforum demonstriert diesen Sonntag anlässlich der Immobilienmesse in der Fürther Stadthalle für mehr sozialen Wohnungsbau.
- „Sozialer Wohnungsbau und demographischer Wandel“ war das Thema der 19. Metropolregion Nürnberg Konferenz (MNK) von Bündnis 90/Die Grünen.
- Grüne Stadtratsfraktion fordert: Die Stadt Fürth muss die derzeitigen günstigen Rahmenbedingungen nutzen und neben eigenen Sozialwohnungs-Neubauten auch Baugenossenschaften, Bauherrengemeinschaften und ähnliche Projekte stärker unterstützen.
Diese Pressemeldung als pdf-Datei: Fürth braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum





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