Antrag: Berücksichtigung von Umweltaspekten bei der Michaelis-Kirchweih sowie Fragen zur Zusammensetzung des Kirchweihzugs

6. Juli 2017 – Bei einer traditionsreichen Großveranstaltung wie der Fürther Michaelis-Kirchweih gibt es für viele Bereiche Regelungen und Prozesse, die durch die langjährige Praxis gut eingespielt sind. Dennoch ist es wichtig, jedes Jahr aufs Neue zu überprüfen, ob man an der einen oder anderen Stelle etwas verbessern kann. Für folgende Punkte sehen wir Handlungsbedarf:

1. Das Steigenlassen von Luftballons direkt vor dem Erntedankfestzug ist unter Umweltaspekten sehr kritisch zu sehen: Die Ballons können weit fliegen und landen mitunter in Wäldern und Gewässern. Reste von Luftballons können von Vögeln und anderen Tieren mit Nahrung verwechselt werden. Selbst bei Produkten aus Naturkautschuk verhungern diese dann oft mit vollem, aber verstopften Magen. Auch bei Familien- und Firmenfeiern werden leider trotzdem immer wieder Luftballonaktionen durchgeführt. Die Stadt Fürth sollte sich hier ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und den effektvollen Beginn unseres Festzugs anders gestalten.

2. Die Anwohner*innen in der Innenstadt und in der nördlichen Südstadt müssen Jahr für Jahr erhebliche Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Kirchweih hinnehmen, zum Beispiel durch zugeparkte Fuß- und Radwege, langen Rückstau (z.B. in der Hirschenstraße), Anstieg des Parksuchverkehrs und illegales Parken Auswärtiger auf den Bewohnerparkplätzen. Zudem erhöht sich die Anzahl der Falschparker in den Feuerwehranfahrtzonen und Rettungswegen. Diese Ärgernisse können nur beendet werden, indem ein höherer Anteil der Gäste, gerade auch aus den Nachbarkommunen, mit dem ÖPNV anreist.

3. Im letzten Jahr wurde erstmals während der Michaelis-Kirchweih die Verkehrsführung im Bereich Hirschenstraße / Kohlenmarkt geändert. Eine Maßnahme, die zur Busbeschleunigung beiträgt, was gerade während der Kirchweih besonders wichtig ist. Denn nur ohne große Verzögerungen im Fahrplan ist der Bus eine zuverlässige und attraktive Alternative zur Nutzung des Privatautos. Leider hielten sich trotz Beschilderung viele Verkehrsteilnehmer nicht an die geänderte Regelung. Dadurch kam es zu Staus und zu Verzögerungen im Fahrplan. Ziel für die diesjährigen Kirchweih muss es daher sein, die Durchfahrtsbeschränkung für den motorisierten Individualverkehr im Bereich Kohlenmarkt und die Ableitung des Individualverkehrs ausschließlich über die Rosenstraße besser umzusetzen, beispielsweise durch effektivere Absperrungen und geeignete Kontrollmaßnahmen.

4. Ein Punkt, an dem die Außenwahrnehmung der Stadt Fürth wirkungsvoll gesteuert werden kann, ist die Zusammensetzung des Kirchweihzugs. Hier gibt es einige Fragen zu klären.

Zur Sitzung des Ausschusses für Kirchweihen, Märkte u.ä. Veranstaltungen am 10.07.2017 stellen wir daher folgenden

A n t r a g :

1. Vermeidung von Kunststoffmüll und Schutz von Vögeln und anderen Tieren durch umweltfreundliche Alternativen zum Steigenlassen von Luftballons
1.1. Zum Auftakt des Erntedankfestzugs wird aus Umweltschutzgründen ab 2017 auf das Steigenlassen von Luftballons aus Kunststoff verzichtet.
1.2. Die Stadtverwaltung sucht nach umweltfreundlichen Alternativen für einen effektvollen Auftakt des Festzugs (z.B. Konfetti, Luftschlangen o.ä.).
1.3. Die Entscheidung gegen Luftballons sowie ggfs. für eine Alternative und die Beweggründe werden in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt kommuniziert.

2. Förderung der umweltfreundlichen Anreise (Fuß-, Rad- und Öffentlicher Verkehr) und Sicherstellung der Rettungswege für Einsatzkräfte, insbesondere für die Feuerwehr
2.1 Im Vorfeld der Kirchweih wird umfassend für die Anreise mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad geworben. Dabei wird deutlich gemacht
• dass eine Anreise mit dem Privat-Pkw aufgrund der verschiedenen Sperrungen und der sehr angespannten Parkplatzsituation zwecklos ist,
• wie einfach die Anreise zur Fürther Kirchweih auch für Gäste von außerhalb ist und
• dass es mit dem Kirchweihticket ein verbilligtes Angebot für den ÖPNV gibt.
2.2 Zu erwägende Maßnahmen:
• Presse- und Medienarbeit (insbesondere Ansprache regionaler Zeitungen und Radiosender),
• Anzeigen in der regionalen Presse,
• Entsprechende Hinweise an prominenter Stelle in der StadtZeitung,
• Entsprechende Hinweise im gedruckten Kirchweihprogramm, auf Plakaten und sonstigen Werbematerialien.

3. Busbeschleunigung – Verkehrsführung im Bereich Hirschenstraße/Kohlenmarkt
Die Verwaltung sorgt für eine bessere Absperrung der untersagten Durchfahrt für PKW über den Kohlenmarkt und erarbeitet Maßnahmen, die geeignet sind, die Einhaltung der geänderten Verkehrsführung im Bereich Hirschenstraße/Kohlenmarkt besser sicherzustellen als im vergangenen Jahr. Nur so kann eine zwingend erforderliche Busbeschleunigung und die Einhaltung des Fahrplans annähernd erreicht werden.

4. Zusammensetzung des Kirchweihzugs
Die Verwaltung berichtet zu folgenden Fragestellungen zum Kirchweihzug:
• Welche Gruppen sind für den Kirchweihzug 2017 angemeldet?
• Wie viele und welche Gruppen haben eine Absage erhalten?
• Welche Richtlinien legen die Teilnahmevoraussetzungen fest?
• Wird es für das Jahr 2018 eine Änderung der Richtlinien geben?

Dieser Antrag als pdf-Datei: Antrag KwA – Berücksichtigung von Umweltaspekten bei der Michaelis-Kirchweih – Zusammensetzung des Kirchweihzuges

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