Antrag: Erschließung ungenutzter Wohnraumpotenziale

26. September 2017 – Auch in Fürth wird der verfügbare Wohnraum immer knapper, vor allem für Personen und Familien mit geringem Einkommen. Die Maßnahmen, die eine Stadt gegen die Wohnraumknappheit ergreifen kann, sind sehr komplex und betreffen viele verschiedene Bereiche – von Stadtentwicklung über Baugenossenschaften und Stadtteilnetzwerke – und somit auch die verschiedensten Referate vom Baureferat über das Sozialreferat bis hin zum Wirtschaftsreferat. Auch in Fürth lassen sich sicher Möglichkeiten finden, wie man versteckte Potenziale erkennen und nutzen kann. Neubauprojekte können nur ein Teil einer umfassenderen Strategie zur Erschließung von Wohnraum sein, das viel größere Potential liegt im Wohnungsbestand.

Zur Sitzung des Stadtrats am 25. Oktober 2017 stellen wir daher folgenden

A n t r a g :

Die Verwaltung prüft die folgenden Möglichkeiten zur Identifizierung von ungenutztem Wohnraumpotenzial in Fürth:

  • Einliegerwohnungen: In einigen Städten werden Einliegerwohnungen in großen Einfamilienhäusern, in denen nur ein oder zwei Personen leben, gefördert, sodass bezahlbarer Wohnraum auch für Geringverdienende entsteht, so z.B. in der Stadt Oldenburg (vgl. https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/stadt-foerdert-ausbau-von-einliegerwohnungen_a_26,0,1829322535.html )
    o Wie kann es die Stadt Fürth unterstützen und ggfs. finanziell fördern, wenn jemand in seinem Einfamilienhaus einige Räume abtrennt und daraus eine separate Wohnung macht (inkl. eigenem Bad und eigener Küche)?
    o Kann die Schaffung von Einliegerwohnungen durch Anbauten bzw. Aufstocken durch die Stadt gefördert werden?
    o Können Beratungsangebote durch Planer, die klären, ob Einliegerwohnungen realisierbar sind, von der Stadt unterstützt werden?
  • „Wohnen für Hilfe“: Viele ältere Menschen leben allein in großen Wohnungen. Mancherorts werden ihnen junge Untermieter vermittelt, die nicht nur dort wohnen, sondern auch helfen, zum Beispiel beim Einkaufen oder Gartenarbeit; im Gegenzug zahlen sie weniger Miete. Dieses „Wohnen für Hilfe“ funktioniert bereits seit Jahrzehnten, mittlerweile an über 30 Orten im Bundesgebiet, so z.B. auch in Erlangen (vgl. https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1447/112_read-23626/ ).
    o Besteht in Fürth die Möglichkeit, ein solches Vermittlungsangebot einzuführen?
    o Können Fürther Haushalte an vergleichbaren Angeboten in den Nachbarstädten (z.B. im Rahmen des Studentenwerks) teilnehmen?
  • Wohnungstausch: Wenn Bewohner, z.B. nach Auszug der Kinder, Scheidung oder Tod eines Partners in eine kleinere Wohnung ziehen, werden größere Wohnungen frei, z.B. für Familien. Gleichzeitig verringert sich die Wohnungsmiete für den nun „kleineren“ Haushalt. Ein solcher Tausch sollte zumindest dann gelingen, wenn es sich um den gleichen Vermieter handelt, etwa große Wohnungsgesellschaften. Ein funktionierendes Programm bietet z.B. die Stadt Wien (vgl. http://www.wienerwohnen.at/mieterin/tauschwechsel/wohnungstausch.html ).
    o Fördern die WBG Fürth bzw. andere Baugenossenschaften bereits den Wohnungstausch, z.B. durch entsprechende Beratung?
  • Allgemeine Information:
    o Gibt es Informationen wie viele Menschen in Fürth allein in Einfamilienhäusern bzw. Wohnungen mit fünf, sechs oder mehr Räumen leben?
    o Ist es möglich, diese Haushalte gezielt zu kontaktieren, um sie über Einliegerwohnungen, Untermiete, „Wohnen für Hilfe“ und ähnliche Optionen zu informieren?

 

Dieser Antrag als pdf-Datei: Antrag StR – Referatsübergreifende Maßnahmen der Stadt Fürth zur Erschließung ungenutzter Wohnraumpotenziale

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