GRÜNEN-Stadtratsfraktion setzt sich am Helene-Lange-Gymnasium für einen höheren energetischen Gebäudestandard und bessere Lernbedingungen durch eine Lüftungsanlage ein

27. September 2017 – Das Helene-Lange-Gymnasium soll generalsaniert und mit Ergänzungsbauten erweitert werden. In den Ausschreibungsunterlagen für die Architekten heißt es: „Bei der Erstellung des Energiekonzepts ist die aktuelle Fassung der EnEV und des EEWärmeG einzuhalten.“ Was sich auf den ersten Blick gut liest, heißt mit anderen Worten lediglich: Man möchte sich an geltendes Recht halten. Denn Energie Einspar-Verordnung und Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz regeln den gesetzlichen Mindeststandard, also den untersten, gerade noch genehmigungsfähigen Standard. Weniger wäre gar nicht erlaubt. Doch sich nur an den gesetzlichen Mindestvorgaben zu orientieren, ist der GRÜNEN-Stadtratsfraktion zu wenig: „Hier entsteht ein Gebäudekomplex, der für Jahrzehnte als Schule genutzt werden soll. Warum baut man hier mit dem Minimalstandard und legt nicht höhere Maßstäbe an? Auf die vielen Jahre der Nutzung gesehen, ließen sich beispielsweise mit einem höheren Energiestandard Betriebskosten einsparen.“

Die Energieeinsparung hat noch einen anderen wichtigen Aspekt, erklärt die GRÜNEN-Stadtratsfraktion: „Wenn die Stadt Fürth ihre Klimaschutzverpflichtungen erfüllen will und die Klimaschutzzusage im Rahmen der Metropolregion einhalten will, dann darf sie eine solche Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Eine Baumaßnahme, die gerade einmal den heutigen Mindeststandard einhält, ist weder nachhaltig noch zukunftsfähig.“

Am 13.9.2017 stellten daher die GRÜNEN-Stadträt*innen in der Sitzung des Bau- und Werkausschusses zum entsprechenden Punkt auf der Tagesordnung den Antrag, einen über die EnEV hinausgehenden energetischen Standard für die Gebäude vorzusehen. Der Antrag wurde abgelehnt… gegen die zwei Stimmen der GRÜNEN-Stadträte.

Darüber hinaus regten die GRÜNEN-Stadträt*innen in der Ausschusssitzung an, die Passagen in den Ausschreibungsanlagen zum Thema Raumluftqualität und Raumlufttechnik zu präzisieren und explizit eine Lüftungsanlage einzuplanen. Doch OB Dr. Thomas Jung und SPD-Fraktionsführer Sepp Körbl befanden eine Lüftungsanlage für unnötig.

Ein großer Fehler, wie die GRÜNEN-Stadträt*innen finden: „Wenn 20 Kinder in einem Raum atmen, sprechen, lernen, herrscht bald dicke Luft. Und gerade im Klassenzimmer ist zuviel CO2 fatal: Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche nehmen rapide zu. Regelmäßiges Stoßlüften schafft nur kurzzeitig Abhilfe. Und teuer ist das zudem. Wenn ständig gelüftet wird oder die Fenster dauerhaft auf Kipp stehen, hilft die beste Wärmedämmung nichts: Eine bessere Methode, Heizenergie zu verschwenden, gibt es kaum.“

Einfach Abhilfe schaffen könnten Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, wie sie im modernen Wohnungsbau inzwischen Standard werden. Die Schüler*innen werden nahezu geräuschlos und zugfrei mit frischer Luft versorgt. Mit einer optimalen Luftqualität im Klassenraum sind die Schüler*innen konzentrierter und lernen besser und schneller. Die Kosten einer solchen Lüftungsanlage werden durch Einsparungen bei den Heizkosten und die Auswirkungen auf Krankheiten und Fehlzeiten von Lehrer*innen und Schüler*innen kompensiert.

Daher wollen sich die GRÜNEN-Stadträt*innen auch weiterhin für die Einplanung von Lüftungsanlagen einsetzen: „Die Schüler*innen sollen in einem guten Raumklima bessere Lernbedingungen haben. Eine vernünftige Lüftungsanlage finden wir daher unumgänglich. An dieser Stelle darf man nicht den Rotstift ansetzen und auf Kosten der Schüler*innen sparen, wenn es so einfach umzusetzende Maßnahmen für konzentrierte, merkfähige und gesunde Kinder gibt.“

Eine weitere Chance für die beiden Anliegen der GRÜNEN-Stadtratsfraktion gibt es heute im Stadtrat. „Auch wenn der Antrag im Bauausschuss abgelehnt wurde, hoffen wir, dass es uns gelingt, weitere Stadträt*innen anderer Fraktionen davon zu überzeugen, dass man bei den Lernbedingungen für unsere Kinder keine Kompromisse machen darf.“

Diese Pressemeldung als pdf-Datei: PM – Generalsanierung Helene-Lange-Gymnasium

• Das Helene-Lange-Gymnasium wird generalsaniert, doch bei Energiekonzept und Luftqualität in den Klassenräumen soll gespart werden, wenn es nach OB Jung und der SPD-Fraktion geht.
• Die Stadt Fürth will gerade einmal den gesetzlichen Mindeststandard in Sachen Energieeinsparung und Klimaschutz erfüllen.
• GRÜNEN-Stadträt*innen fordern Energiesparmaßnahmen über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus und eine Lüftungsanlage für vernünftige Lernbedingungen.

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