15. Mai 2019 – Die aktuellen Planungen für den Kindergarten in der Riemenschneiderstraße bergen Konfliktpotenzial: Nach den ursprünglichen Planungen war nicht genug Platz auf dem Grundstück, um eine ausreichende Außenspielfläche für die Kinder zu schaffen. In einem ersten Entwurf wurde diese notwendige Fläche kurzerhand im angrenzenden geschützten Landschaftsbestandteil LBH 12 ausgewiesen.
Dieser Planungsvorschlag wurde aus Naturschutzgründen von der Stadt Fürth abgelehnt. Die geschützte Heckenstruktur an einer Böschung ist mit ihrem Baumbestand, den Schlehen und Sträuchern für viele Vögel und Tiere (Fledermäuse, Eulen, Spechte, Eidechsen, Igel, Frösche und Eichhörnchen) ein wertvoller Lebens- und Brutraum. Auch für das Stadtklima ist das Gehölz sehr wichtig.
Die nachgebesserten Planungen sehen immer noch vor, dass die Spielfläche in den geschützten Bewuchs hineinreicht. Oberflächlich betrachtet sieht es also so aus, als müsste die Entscheidung zwischen dem Schutz des Heckenstreifens und dem Bewegungsdrang der Kinder fallen. Eine Verkleinerung des Spielbereichs für die Kinder ist jedoch zur Rettung der Hecke keine akzeptable Lösung für die GRÜNEN-Stadträt*innen: „Es ist nicht einzusehen, warum zur Lösung dieses Problems nur die beiden Komponenten Kinder und Natur betrachtet werden und so getan wird, als sei völlig klar, dass entweder die Kinder oder die Natur leiden müssen.“
Denn es gibt sehr wohl einen Ausweg aus diesem vermeintlichen Dilemma, bei dem die wertvolle Heckenstruktur nicht angetastet wird und die Kindergartenkinder ihren notwendigen Außenspielbereich bekommen: die Erweiterung der Außenspielfläche auf der anderen Seite des Grundstücks in südöstliche Richtung. Diese Lösungsmöglichkeit wurde bislang jedoch noch nicht zur Abstimmung vorgelegt.
Die Umsetzung ist ohne großen Aufwand möglich, da sowohl der Bau des Kindergartens als auch der Bau der beiden Mehrfamilienhäuser durch die gleiche Baugenossenschaft erfolgt. Im geplanten Wendehammer vor dem Kindergarten müssten beispielsweise lediglich 8 Stellplätze aus der Planung genommen werden (siehe Planungsvorschlag), um die nötige Außenspielfläche in idealer Größe zu erhalten. „Unsere Devise heißt hier ganz klar: Platz für Kinder statt Autos!“ erläutern die GRÜNEN-Stadträt*innen ihre Entscheidung für diesen Vorschlag. Über den entsprechenden Antrag der GRÜNEN-Stadtratsfraktion wird im Umweltausschuss am 16. Mai 2019 beraten.
Wenn man für die geplante umliegende Wohnbebauung die Zahlung einer entsprechenden Stellplatzablöse genehmigt, bekommen die Kinder ihren notwendigen Spielbereich und müssen nicht in die geschützte Hecke ausweichen, was auch besondere Herausforderungen hinsichtlich Verletzungsgefahr und Aufsichtspflicht bergen würde. Außerdem kann der geschützte Landschaftsbestandteil mit seinen einheimischen Pflanzen als Lebensraum für Tiere vollständig erhalten bleiben.
Zur Kompensierung der weggefallenen Stellplätze könnte ein Carsharing-Standort eingerichtet werden und das Bauprojekt somit als ein weiteres Pilotprojekt für eine ökologische Verkehrswende stehen.
• GRÜNEN-Stadtratsfraktion setzt klare Prioritäten bei der Flächenverwendung: Kinder statt Autos!
• Einsparen von nur 8 Stellplätzen im Wendehammer ermöglicht ideale Größe der Außenspielfläche des Kindergartens
• Das Heckengebiet an der Riemenschneiderstraße kann mit dem GRÜNEN-Konzept als wertvoller Lebensraum für Tiere erhalten bleiben
Diese Pressemeldung als pdf-Datei:
Der Antrag der GRÜNEN-Stadtratsfraktion zum Umweltausschuss am 16. Mai 2019: https://www.gruene-fuerth.de/2019/05/15/antrag-top-7-umweltausschuss-bv-kita-riemenschneiderstrasse-geschuetzter-landschaftsbestandteil-lbh-12/





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