Der geplante S-Bahn-Verschwenk durch das Knoblauchsland ist sinnlos – das steht für (fast) alle Beteiligten in Fürth mittlerweile fest. Dr. Toni Hofreiter, Vorsitzender im Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung informierte sich nun bei uns in Fürth über das strittige S-Bahn-Projekt. Unsere Forderung: Die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen soll sich endlich auf den Ausbau der Bestandsstrecke einigen. Auch der Verkehrsausschuss des bayerischen Landtages spricht sich jetzt dafür aus, dass der Nutzen-Kosten-Faktor für den Verschwenk neu berechnet wird.
Dazu unsere Pressemitteilung:
S-Bahn-Verschwenk: Städteachse sollte sich auf Ausbau der Bestands-strecke einigen
Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen sollte sich bei der S 1 endlich auf Ausbau der Bestandsstrecke einigen – Verkehrsausschuss des Landtages spricht sich für Nachberechnung des Nutzen-Kosten-Faktor aus
Dr. Toni Hofreiter, Vorsitzender des Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung informierte sich in Fürth über strittiges S-Bahn-Projekt
„Mit der Annahme der Petition des Aktionsbündnis „Pro S-Bahn ohne Verschwenk“ durch den Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtag Anfang diesen Monats sollte der Weg frei sein für eine einvernehmliche Lösung innerhalb der Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen“, so Harald Riedel, Stadtrat der Grünen und Sprecher des Aktionsbündnis. Durch den Beschluss des Landtagsausschusses wird das Bayerische Verkehrsministerium aufgefordert die Wirtschaftlichkeit der Bestandsstrecke neu zu berechnen (Nutzen-Kosten-Untersuchung) und hierbei die von der Stadt Fürth kritisierten Sachverhalte der letzten Berechnung zu berücksichtigen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Nutzen-Kosten-Faktor durch die Nachberechnung von bisher 0,97 auf über 1,0 steigen wird, denn die von der Stadt Fürth erstellten Berechnungen kommen auf einen NKF von 1,23. Somit wäre die Finanzierung der Bestandsstrecke durch den Bund im Rahmen des GVFG gewährleistet und das von der Stadt Nürnberg geäußerte Hauptargument gegen eine Ausbau der S-Bahn entlang der Bestandsstrecke bei Fürth-Stadeln kann als ausgeräumt betrachtet werden.
Auch das zweite von Nürnberg vorgebrachte Argument der zeitlichen Verzögerung bei einem Verzicht auf den S-Bahn-Verschwenk kann entkräftet werden, da der von der Deutschen Bahn vorgelegte Zeitplan einer Realisierung bis 2016 reines Wunschdenken ist. Zum einen wird die Stadt Fürth weiterhin mit allen Mitteln gegen einen S-Bahn-Verschwenk innerhalb ihres Stadtgebietes vorgehen und gerichtlich einen möglichen Planfeststellungsbeschluss anfechten. Zum anderen besitzt die Deutsche Bahn bisher keinerlei für den Verschwenk erforderliche Flächen, während im Bereich der Bestandsstrecke ca. 70 % der benötigten Flächen bereits im Besitz der Deutschen Bahn, der Stadt Fürth oder des städtischen Tochterunternehmen infra fürth sind. Die vom Verschwenk betroffenen Landwirte haben bereits beim Erörterungstermin im Juli 2011 Klagen gegen eine Enteignung ihrer Ackerflächen im Bereich des geplanten S-Bahn-Verschwenk angekündigt und waren deshalb auch bereits mit juristischem Beistand zum Termin erschienen. Die Erfolgsaussichten werden als sehr hoch eingeschätzt, da mit dem Ausbau der Bestandsstrecke eine flächenschonendere Alternative vorliegt und der S-Bahn-Verschwenk allen landesplanerischen Vorgaben nach Bündelung von Verkehrsachsen widerspricht.
Zudem können auch die Bedenken der Stadt Nürnberg bzgl. der Erschließung des Gewerbegebietes Schmalau entkräftet werden, denn im Falle des Ausbaues der Bestandsstrecke wird es einen neuen Haltepunkt Stadeln-Nord geben, mit Park+Ride, Bike+Ride und einer Bushaltestelle direkt neben dem S-Bahn-Gleis, von der mit Buslinien das gesamte Gewerbegebiet optimal bedient werden kann.
Dr. Toni Hofreiter, Vorsitzender des Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei seinem Ortstermin am Donnerstag in Fürth-Steinach zur Blockadehaltung der Deutschen Bahn: „Verständlich, dass die Bahn auf dem S-Bahn-Verschwenk besteht, denn für die Planungen musste sie in Vorleistung gehen und das Geld bekommt sie nur wieder, wenn der Verschwenk und nicht die Bestandsstrecke gebaut wird. Ärgerlich nur, wenn auf diese Art und Weise Steuergelder unnützerweise und gegen den Willen der BürgerInnen und der Stadt verbaut werden.“
Unabhängig vom Streit über den S-Bahn-Verschwenk muß nun zwingend der bereits auf vier Gleise ausgebaute „Fürther Bogen“ zwischen Fürth Hbf. und Fürth-Stadeln incl. dem Haltepunkt Unterfarrnbach zügig fertig gestellt und mittels Weichen an die Bestandsstrecke angeschlossen werden. „Die mit Steuergeldern errichtete Investitionsruine kann nicht weiter hingenommen werden, die Leidtragenden sind die Fahrgäste, denn trotz vorhandener Gleise und Bahnsteige können diese nicht genutzt werden, mit der Folge, dass es häufig zu Verspätungen bei der S1 kommt. Hier sind nun die Kommunalpolitiker, der Zweckverband VGN und insbesondere der Bayerische Landtag gefordert die Deutsche Bahn zur Einsicht zu bringen“, so Norbert Schikora, Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen.
Für Rückfragen erreichen Sie Herrn Harald Riedel per Mail über
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