Mittlerweile beschlossen ist, dass das Rückgebäude des Rathauses für die Nutzung durch das „Ludwig-Erhard-Haus“ abgegeben werden soll. Wir sehen diese Abgabe sehr kritisch und haben dagegen gestimmt. Hier unsere Pressemitteilung zum Thema:
Pressemitteilung 16. Mai 2014
Ludwig-Erhard-Haus: Keine Nutzung des Rathaus-Rückgebäudes für Prestigeprojekt
In der Sitzung des Wirtschafts- und Grundstücksausschuss am Montag (19.05.2014) soll die Zustimmung der Stadt Fürth beschlossen werden, das Rückgebäude ihres Rathauses für die Nutzung durch das „Ludwig-Erhard-Haus“ abzugeben.
Dazu erklärt Barbara Fuchs, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Stadtrat und Mitglied des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses: „Dieser Abgabe können wir GRÜNE nicht zustimmen. Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass die Stadt einen Teil ihres Rathauses an eine private Initiative abgibt – nur damit ein kostspieliges Prestigeprojekt verwirklicht werden kann. Das Baugrundstück war im Vorfeld bekannt, auch die Tatsache, dass sich darunter die U-Bahn befindet. Dass die Finanzierung des Projekts dem Steuerzahler nichts koste, ist sowieso eine Legende. Der Großteil der Finanzierung kommt aus einer Stiftung des Bundes und damit aus Steuergeldern. Nur einen geringen Teil der Baukosten trägt der dafür gegründete Förderverein. Schlussendlich steht zu befürchten, daß die künftigen Betriebskosten ebenfalls den Haushalt der Stadt Fürth auf Dauer belasten werden, die Absicht, öffentliche Toilettennutzung zuzulassen, schafft dafür die Voraussetzung.“
Durch die Nutzung des Rückgebäudes werden außerdem die Investitionen, die vor einigen Jahren für dessen Sanierung getätigt wurden, quasi sinnlos. Das Rückgebäude wurde damals mit Städtebaufördermitteln für eine städtische Nutzung saniert, es stellt sich daher die Frage, ob diese Fördermittel zurückgezahlt werden müssen und wer gegebenenfalls diese Kosten übernimmt.
Ein weiterer Kostenpunkt: Der Umzug der bisher dort angesiedelten Büros, Lernzimmer und Archive würde ebenfalls den städtischen Haushalt belasten. Die entsprechenden Dienststellen müssten anderswo untergebracht werden – wahrscheinlich zur Miete wie derzeit bereits andere Dienststellen z.B. im Ämtergebäude Süd. Die Übernahme dieser dauerhaften Mietkosten und der Umzugskosten dürfen keinesfalls zu Lasten des städtischen Haushaltes gehen, sondern müßten von der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus übernommen werden.
„Das ist insgesamt schon ziemlich viel für ein Projekt, das die Stadt angeblich nichts kosten soll. Aber uns geht es nicht nur ums Geld“, erklärt die GRÜNE Stadträtin Dagmar Orwen, die ebenfalls im Wirtschafts- und Grundstücksausschuss gegen den Antrag stimmen wird. „Es wird hier leichtfertig städtischer Besitz aus der Hand gegeben, obwohl das Gebäude dringend gebraucht werden könnte, z.B. zur Erweiterung des Rathauses und den damit verbundenen Umzug von Dienststellen aus den angemieteten Büros in der Südstadt in die Innenstadt. Dabei besitzt die Stadt nur noch wenige Grundstücke in der Innenstadt. Eine Umwidmung öffentlicher Gebäude für eine private Initiative ist für uns Grüne nicht hinnehmbar!“
Neuste Artikel
Grüne Grüne Verkehrspolitik KOmmunalpolitik Kommunalwahl Kommunalwahl 2026 Stadtentwicklung Wahlen Wahlkampf
Grüne Stadtpolitik sorgt für viele gute Veränderungen in Fürth – leider oft inkognito
14. August 2025 – „Gehen der SPD die Ideen aus? Oder hat man Angst, die GRÜNEN könnten im nächsten Jahr den einen oder anderen SPD-Sitz im Stadtrat erobern? Muss sich deshalb die Stadtspitze mit fremden Federn schmücken? Was ist da los?“ Das fragen sich die GRÜNEN-Stadträt*innen immer öfter, wenn eine von ihnen eingebrachte und ursprünglich…
KOmmunalpolitik Kommunalwahl Kommunalwahl 2026 Oberbürgermeister Oberbürgermeisterkandidat Stadtrat Stadtratswahl Wahlvorschlag
Die Fürther GRÜNEN sind bereit für die Kommunalwahl 2026
27. Juli 2025 – Am Samstag, den 26.7.25 haben die Fürther GRÜNEN ihre Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl 2026 abgehalten. In dieser Versammlung wurde zunächst Kamran Salimi zum Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl gewählt. Anschließend wurde in einem komplexen basisdemokratischen Verfahren die Liste für die Stadtratskandidierenden zusammengestellt. Bei der OB-Kandidaten-Wahl bekam Kamran Salimi keine einzige Nein-Stimme. „Ich bin…
Kultur kulturelle Vielfalt Kulturförderung Stadtentwicklung Stadtgesellschaft Stadtmarketing Tourismus Veranstaltungen Wirtschaft
Antrag: Zukunft des Vereins Vision Fürth e.V.
23. Juli 2025 – Ob es das New Orleans-Festival ist oder mehrere Bühnen am Fürth-Festival: Der Stadtmarketing-Verein Vision Fürth e. V. ist seit Jahrzehnten ein profilierter Akteur im Veranstaltungsleben der Stadt Fürth. Der Verein trägt wesentlich zur kulturellen Vielfalt und touristischen städtischen Identität und Standortattraktivität bei. Ebenso wichtig sind Instrumente der direkten Wirtschaftsförderung wie das…
Ähnliche Artikel
Denkmalpflege | Denkmalschutz | Denkmalstadt | Innenstadt | Tauben
Leer stehendes Baudenkmal in der Pickertstraße: Nachdenken schützt vor Populismus
4. Juli 2025 – Den Twist muss man erst einmal hinkriegen: Die GRÜNEN-Stadträt*innen stellen den Antrag, gegenüber dem Besitzer eines Baudenkmals alle Register zu ziehen, damit dieser das Haus mitten in Fürths guter Stube rund um die Hornschuchpromenade nicht weiter verlottern lässt… und am Ende kann Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung nicht widerstehen, die populistischen Ausreden…
Freizeit | Gastronomie | Innenstadt | Mehrweg | Mehrwegbecher | Müll | Müllvermeidung | Naturschutz | Pfand | PFAS | Plastikmüll | Umwelt | Umweltschutz
Hindernisse bei der Einführung einer Verpackungsabgabe
Die Stadt Tübingen hat es getan: Seit Anfang 2022 wird dort eine Abgabe auf Einwegverpackungen fällig: 50 Cent pro Becher oder Box, 20 Cent pro Besteck. Die Abgabenpflicht betrifft Gaststätten, Restaurants, Cafés und Imbissläden, aber auch Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelgeschäfte und Tankstellen, die Getränke und Speisen in Einweg-Verpackungen im Angebot haben. „Eine Super-Idee!“, findet GRÜNEN-Stadträtin Gabriele…
Bauen | Innenstadt | Parkplätze | SeniorInnen | Soziales | Stadtbild | Stadtentwicklung | Stadtgemeinschaft | Studenten
Ärgerlich: Keine Wohnungen für Studierende im Hornschuch-Campus
Eine Kombination von seniorengerechten Wohnungen und Apartments für Studierende sollte im Gebäudekomplex des künftigen Hornschuch-Campus entstehen. „Doch ganz offensichtlich ist man in Fürth mal wieder auf leere Versprechungen von altbekannten Investoren hereingefallen“, so die Einschätzung von GRÜNEN-Stadträtin Xenia Hasenschwanz. Eines der größten Probleme im Alter ist die zunehmende Vereinsamung. Seniorengerecht wäre daher eine Wohnform, in…