Wolfsgrubermühle: Erweiterung der Schulplanung ins Landschaftsschutzgebiet

Als wir im letzten Newsletter darüber berichteten, dass die GRÜNEN-Stadtratsfraktion auf dem Wolfsgruber-Areal den Schutz der alten Eiche vor parkenden und fahrenden Autos in ihrem Wurzelbereich erreichen konnte, war nicht absehbar, dass an dieser Stelle bald ein viel größerer Umweltschaden zu befürchten sein würde. Nun ist das Landschaftsschutzgebiet in den Talauen in Gefahr – aber auch erneut die Eiche.

Trotz vehementer Gegenwehr der GRÜNEN-Stadtratsfraktion und aller weiteren im Stadtrat vertreten Fraktionen und Einzelstadträt*innen beschloss die SPD-Mehrheitsfraktion gegen alle anderen Stadtratsmitglieder (24:20) im Alleingang in der letzten Stadtratssitzung am 22. Mai 2019 kurzerhand im Architektenwettbewerb die Erweiterung des Baufelds für das Schliemann-Gymnasium ins Landschaftsschutzgebiet.

Während bei den bisherigen Planungen das Landschaftschutzgebiet „nur“ für den Pausenhof bzw. für Schulgarten und Fahrradständer genutzt werden durfte, sollen nun auch Teile des Schulgebäudes direkt im Landschaftschutzgebiet erlaubt werden. Im Gegenzug soll dafür die schützenswerte Eiche erhalten bleiben.

„Komplett absurd“, findet GRÜNEN-Stadtrat Kamran Salimi diesen Beschluss, „Ein Landschaftsschutzgebiet ist ein Landschaftsschutzgebiet ist ein Landschaftsschutzgebiet. So einfach lässt sich unsere Haltung zusammenfassen. Diesen ganz besonderen Schutz aufzuweichen, damit man besser einen Schul-Neubau nach Schema F auf einem viel zu kleinen Baufeld in einem sensiblen Bereich in den Talauen planen kann, ist ein No-Go und überschreitet damit eindeutig die rote Linie des Vertretbaren.“

EIGENTLICH war auch der Fürther Oberbürgermeister bisher der Meinung, dass die Flussauen unantastbar sind. Aber in diesem Fall braucht es nicht einmal einen skrupellosen Investor, um die Umwelt zu zerstören. Das schafft die Stadt Fürth schon alleine.

„Mit der absoluten Mehrheit aus der letzten Wahl konnte die SPD mal wieder ihre Vorstellungen mit aller Macht alleine umsetzen. Damit wird ein Präzedenzfall geschaffen, der signalisiert: In Fürth wird auf den Umweltschutz gepfiffen und alles ist verhandelbar“, schildert Kamran Salimi den Ärger der GRÜNEN-Stadträt*innen. „ Aber wir werden weiter dranbleiben und versuchen, das Landschaftsschutzgebiet nach besten Kräften zu schützen.“

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