28. Juli 2019 – Jahrelang, sogar jahrzehntelang hat die Fürther GRÜNEN-Stadtratsfraktion dafür gekämpft, die Preise für den öffentlichen Nahverkehr zu senken oder zumindest die Preisspirale zu stoppen. Bislang ohne Erfolg. Doch nun – sicher nur zufällig kurz vor der Kommunalwahl – gibt es einen Hoffnungsschimmer.
In den Sitzungen von Finanzausschuss und Stadtrat am 27. Juli 2019 wurde das VGN-Innovationspaket zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV vorgestellt. Darin findet sich neben Maßnahmen wie der Ausweitung von Handy- und Onlinetarifen, praktikableren Anschlussfahrscheinen für Abokunden und einem Bestpreisrechner auch die sogenannte „Preisstabilität 2020“.
Wenn das Paket in der vorgelegten Form umgesetzt wird, werden also erstmals die Fahrkartenpreise im nächsten Jahr nicht entsprechend der Atzelsberger Beschlüsse steigen, sondern gleich bleiben.
„Wir sind wirklich froh, dass endlich Bewegung in das Thema kommt“, so die GRÜNEN-Stadträt*innen. „Die Aussetzung der Fahrpreiserhöhung ist ein Anfang. Bis zu den 365-€-Tickets, die Ministerpräsident Söder zu Beginn seiner Amtszeit vollmundig in Aussicht gestellt hat, ist es allerdings noch ein sehr weiter Weg.“ Denn Achtung: Der Teufel steckt wie so oft auch hier im Detail. Man mag sich blenden lassen von Formulierungen wie der „Preisstabilität“ oder der Aussage, dass es um Fördergelder für die nächsten 5 Jahre geht. Doch die bereitgestellten Gelder reichen bei weitem nicht aus, um die Fahrpreise für die kommenden 5 Jahre einzufrieren. Lediglich eine einzige Tarifrunde wird ausgesetzt. Nur im Jahr 2020 bleiben die Fahrkartenpreise unverändert. Anschließend werden nach aktueller Beschlusslage wieder die ganz normalen Erhöhungen nach den Atzelsberger Beschlüssen umgesetzt.
Finanziert werden soll das Ganze zur Hälfte von den Kommunen und zur Hälfte von den Fördermitteln, die Ministerpräsident Söder im April beim ÖPNV-Gipfel in München versprochen hat.
„Wir werden selbstverständlich weiterhin an dem Thema dranbleiben und uns um Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr bemühen. Und wir werden ganz genau hinschauen, ob es auch in den kommenden Jahren weitere Schritte in diese Richtung gibt oder die einmalige Aussetzung der Tariferhöhung sich im Nachhinein doch nur als durchschaubares Kommunalwahlgeschenk herausstellen wird“, so die GRÜNEN-Stadträt*innen.
Neben dem Erfolg, dass nun endlich etwas gegen die regelmäßigen Preissteigerungen unternommen wird, freuen sich die GRÜNEN-Stadträt*innen auch, dass ihre Anregung aufgenommen wurde, ein Bestpreismodell einzuführen: „So kann jeder Fahrgast sicher sein, dass er am Ende des Abrechnungszeitraums immer den günstigsten Preis für die zurückgelegten Strecken zahlt, ohne sich über Tarifzonen, Ausschlusszeiten oder ähnliche Tarifdetails Gedanken zu machen.“
Bei ihrem Einsatz für den ÖPNV beschränkt sich die Fürther GRÜNEN Stadtratsfraktion nicht nur auf die Fahrkartenpreise. In der Stadtratssitzung am 24. Juli wollten sie auch einen ÖPNV-Anschluss der Fürther Gewerbegebiete – beispielsweise über eine Ringbuslinie – und eine Verdichtung der Taktzeiten am Samstagnachmittag erreichen: „Die Beschränkung auf die Fahrtkosten ist zu kurz gegriffen, wenn man mehr Menschen dazu bewegen will, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Es müssen noch viel mehr Anpassungen an die Bedürfnisse der Fürther*innen vorgenommen werden.“ In der Stadtratssitzung wurden die entsprechenden GRÜNEN-Anträge leider von der Stadtratsmehrheit in den Herbst vertagt.
• Jahrelange GRÜNEN-Verkehrspolitik trägt nun endlich Früchte
• GRÜNEN-Stadträt*innen freuen sich über angekündigte erstmalige Aussetzung der VGN-Tariferhöhung im Jahr 2020
• Weitere GRÜNEN-Anträge für attraktiveren öffentlichen Nahverkehr (z.B. Taktverdichtung am Samstag, ÖPNV-Anschluss der Fürther Gewerbegebiete) leider von der Stadtratsmehrheit in den Herbst verschoben
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