Frauen

Vertrauliche Spurensicherung nach Gewalterfahrungen

7. April 2024 – Auf einen Antrag der GRÜNEN-Fraktion hin wurde im Verwaltungsrat des Fürther Klinikums im März über das Thema „Vertrauliche Spurensicherung nach Gewalterfahrungen“ gesprochen. GRÜNEN-Stadträtin Sabine Weber-Thumulla erklärt, was sich hinter dem Begriff verbirgt: „Leider werden viele Strafverfahren im Bereich häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt aus Mangel an Beweisen eingestellt. Darum ist es sehr wichtig, zeitnah nach dem Übergriff die Spuren sicherzustellen und gerichtsfest zu dokumentieren. Bislang ist das nur dann erfolgt, wenn Betroffene sofort bereit waren, Anzeige zu erstatten. Die Vertrauliche Spurensicherung ermöglicht es Betroffenen, ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen und sich in Ruhe und ohne Zeitdruck zu überlegen, ob sie Anzeige erstatten wollen oder nicht.“ Die Spuren werden je nach Klinik bis zu 20 Jahre für einen eventuellen Gerichtsprozess aufbewahrt.

Besonders sexuelle Gewalt kann gravierende körperliche und psychosoziale Folgen haben. Sehr häufig sind Frauen von Misshandlungen und Körperverletzungen betroffen, aber auch Kinder und andere Gruppen wie alte Menschen oder Menschen mit Behinderung. Für von Gewalt betroffene Kinder errichtet das Klinikum Fürth aktuell ein Kinderschutzhaus nach dem Vorbild des schwedischen Barnahus-Models. Und auch die Vertrauliche Spurensicherung wird bereits regelmäßig durchgeführt. Das Klinikum Fürth hat im Januar sogar noch einmal bestimmte Standards definiert, was in sehr vielen Krankenhäusern noch nicht der Fall ist. „Erschreckenderweise wenden sich viele Hilfesuchende an die Klinik. Und das ist leider nur die Spitze des Eisbergs“, vermutet Sabine Weber-Thumulla. „Viele wissen gar nicht, dass sie das Recht auf diese unverbindliche Spurensicherung haben. Die tatsächliche Zahl von Opfern körperlicher oder sexualisierter Gewalt liegt wohl um ein Vielfaches höher.“

Die Kosten für die Untersuchung werden inzwischen von den Krankenkassen getragen. Der Erstkontakt der Betroffenen mit dem Gesundheitspersonal ist für den weiteren Verlauf und für die Stabilisierung der Opfer entscheidend. Das Erkennen von Gewaltspuren, die richtige Dokumentation und vor allem Spurensicherung stellen unter den zeitlichen und räumlichen Bedingungen einer Klinik sicher eine große Herausforderung dar. Abweisungen in der Notaufnahme dürfen nicht passieren, Notlagen müssen erkannt werden.

„Das Erfahren von Misshandlung, Missbrauch und Gewalt darf kein Tabuthema sein, denn es ist immer ein medizinischer und seelischer Notfall. „Deshalb ist es so wichtig, dass auch das Fürther Klinikum dauerhaft sicherstellt, dass Opfer sexueller Gewalt erkannt und ihren Schutzbedürfnissen entsprechend betreut werden sowie weitere Hilfen vermittelt werden,“ betont Sabine Weber-Thumulla.

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