Nein. Wir haben nie gefordert, diese Brücke ohne Prüfung einfach nicht mehr zu ersetzen. Wir haben angeregt, eine Planungsvariante zu prüfen, die sich auf den Nutzen für die Fürther*innen beschränkt. Mal ehrlich…bei einer angespannten Haushaltslage muss es doch legitim sein, darüber nachzudenken, ob eine Investition von 38 Millionen Euro wirklich in voller Höhe nötig ist oder ob es nicht auch andere Lösungen gibt. Und diese Zahl ist schon ein paar Jahre alt. Bis die Brücke gebaut wird, werden es vermutlich 50 Millionen sein. Hinzu kommt, dass jetzt erst einmal so oder so an dieser Stelle für mindestens 5 Jahre gar keine Brücke zur Verfügung stehen wird. Zumindest nicht für Autos und schwerere Verkehrsmittel. Nach einer so langen Zeit werden sich die Wege-Gewohnheiten der Menschen komplett geändert haben und die wenigsten werden die Brücke dann noch vermissen.
Wir haben daher den Antrag gestellt, ergebnisoffen eine Alternative zum Neubau der Zirndorfer Brücke zu planen, die nur Zu- und Abfahrtsrampen zum Anschluss der Südwesttangente umfasst, also wie bei der Anschlussstelle Höfener Spange ohne Überquerung des Kanals. Für die Fahrt in die Innenstadt stehen in geringer Entfernung nördlich die Forsthausbrücke und die Graf-Stauffenberg-Brücke zur Verfügung, für den Fuß- und Radverkehr gibt es den Eschenausteg. Und für niemanden wird die die Einfahrt aus dem Landkreis nach Fürth verhindert – die ist über die Schwabacher Straße nach wie vor problemlos möglich (Luftlinie 400 m!).
Der ganz große Verkehrsinfarkt nach der Sperrung ist ja auch allen Befürchtungen zum Trotz ausgeblieben. Und das, obwohl einige Baustellen und Ampelschaltungen von der Totalsperre kalt erwischt wurden.
Ärgerlich: Durch die Presse geisterte im Vorfeld mehrfach die Zahl von 40.000 Autos, die angeblich die Zirndorfer Brücke am Tag nutzen. Wir fanden heraus: Diese Zahl ist falsch. Auf der gesamten Brücke inklusive Anschlussstelle sind es tatsächlich nur 26.000 Fahrzeuge am Tag. Und wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, dann stellt man fest, dass nur 3.800 Fahrzeuge davon eine unmittelbare Fahrtbeziehung zur Stadt Fürth haben, während rund drei Viertel des Verkehrs auf der Brücke Verkehr aus dem Landkreis Fürth für die Südwesttangente ist. Sowohl die Stadt Zirndorf als auch der Landkreis weigern sich allerdings weiterhin kategorisch, sich an den Kosten für den Neubau zu beteiligen. Das war für uns ein weiterer Grund, die teure Maßnahme zu hinterfragen, die vorwiegend dem Landkreis nützt.
Obwohl unser Fraktionsvorsitzender Kamran Salimi in seiner Haushaltsrede darum gebeten hatte, nicht unreflektiert im Wahlkampfmodus über die GRÜNEN zu schimpfen, sondern sich die Vorschläge erst einmal unvoreingenommen anzuhören, gab es Vorwürfe, die GRÜNEN hätten grundsätzlich etwas gegen Brücken und seien von autofeindlicher Ideologie getrieben. Das ist Unsinn! Wir sehen, dass die öffentlichen Gelder knapp sind und sagen: „Lasst uns ergebnisoffen prüfen, ob man diese 40 Millionen Euro wirklich ausgeben muss.“ Das ist realistisch, bodenständig und faktenbasiert. Ideologie ist es doch vielmehr, wenn man stur eine neue Brücke baut, weil da halt schon eine alte gestanden hat – ungeachtet der finanziellen Situation der Stadt und ungeachtet der tatsächlichen Verkehrszahlen. Doch trotz allen Bemühens um eine sachliche Diskussion auf Basis der neuen Verkehrszahlen sind wir bei den meisten anderen Parteien auf taube Ohren gestoßen und es wird nicht einmal geprüft, ob die wesentlich günstigere Variante ausreichen würde.





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