1.Oktober 2019 – Regelmäßig feiert sich die Stadtspitze für die Anzahl an neuen Sozialwohnungen, die in Fürth gerade entstehen. So wird die Illusion geschaffen, dass in Fürth bald alle Bedürftigen eine bezahlbare Wohnung bekommen. Ein Trugschluss.
Erst kürzlich geisterte eine konkrete Zahl durch die Medien: 500 Wohnungen mit Mietpreisbindung sollen laut Stadtspitze in den nächsten 5 Jahren entstehen.Klingt viel, ist aber viel zu wenig, wie die Fürther GRÜNEN-Stadtratsfraktion findet: „In Fürth gibt es noch lange nicht genügend günstigen Wohnraum, auch wenn die Stadtspitze versucht, das so darzustellen. Die geplanten 500 Wohnungen decken nicht einmal den Bedarf, der durch den Wegfall der sozialen Bindung in Bestandswohnungen entsteht.“
Denn den nächsten 5 Jahren werden alleine 637 Wohnungen aus der sozialen Bindung herausfallen. 401 weitere Wohnungen, die saniert werden, unterliegen nach dem Auszug der aktuellen Mieter*innen zu einem späteren Zeitpunkt auch nicht mehr der Mietpreisbindung. Diese Zahlen stammen aus einem Bericht der Verwaltung, der im Frühjahr 2019 auf einen Antrag der GRÜNEN-Stadtratsfraktion hin im Bauausschuss veröffentlich wurde und auf Zahlen aus dem Jahr 2018 basiert.
Alleine diese wegfallenden Wohnungen müssten dringend ersetzt werden. Und das reicht bei Weitem nicht aus. Immerhin stehen aktuell nach Angaben der Stadtspitze schon 500 Familien oder Alleinstehende mit geringem Einkommen auf der Warteliste. Und voraussichtlich wird die Zahl der Wohnungssuchenden in den nächsten 5 Jahren nicht stagnieren. Warum auch? Es gibt schließlich keinen Hinweis dafür, dass das stetige Wachstum der Fürther Bevölkerung plötzlich stoppt oder dass nur noch Menschen nach Fürth ziehen, die sich teure Eigentumswohnungen leisten können. Zusätzlich werden immer mehr Rentner*innen wegen ihrer geringen Rente auf geförderten Wohnraum angewiesen sein – Stichwort steigende Altersarmut. Hinzu kommt die Dunkelziffer der Menschen, die von der langen Warteliste hören und erst gar keinen Antrag stellen, weil sie denken, das hätte eh keinen Sinn.
Diese Fakten, die die Situation verschärfen, werden von der Stadtspitze nicht kommuniziert. Die Realität auf dem angespannten Wohnungsmarkt eignet sich wohl nicht für eine Jubelmeldung aus dem Rathaus. Erst recht nicht vor der anstehenden Kommunalwahl.
Die GRÜNEN-Stadträt*innen halten daher an ihrer Forderung fest: „Nur vom Wegschauen wird das Problem nicht kleiner. Wir wollen weiterhin eine verbindliche Quote von mindestens 30 Prozent für sozialen Wohnungsbau in Fürth.“
Dazu ist es beispielweise unerlässlich, dass der Beschluss im Bau- und Werkausschuss vom 3. April 2019 mit großer Ernsthaftigkeit umgesetzt wird. Damals wurde nach einem Antrag der GRÜNEN festgelegt, dass der Soziale Wohnungsbau endlich standardmäßig in den Planungsprozess von neuen Bauprojekten aufgenommen wird. Künftig muss der Fürther Stadtrat beim Aufstellungsbeschluss gefragt werden, ob in einem Bebauungsplan ein Anteil für geförderten Wohnungsbau eingeplant werden soll und wie groß dieser Anteil gegebenenfalls sein soll. Hier wird sich dann auch zeigen, wie ernst es die anderen Parteien mit der Förderung des sozialen Wohnungsbaus tatsächlich meinen. Die GRÜNEN-Stadträt*innen werden sich jedenfalls weiterhin für eine generelle feste Mindestquote von 30 Prozent oder mehr einsetzen.
• GRÜNEN-Stadtratsfraktion Fürth will im Gegensatz zur Stadtspitze mit verbindlicher Mindestquote gegensteuern und Sozialen Wohnungsbau in Fürth ausbauen
• Aktuell geplante Bauprojekte können den Bedarf bei Weitem nicht decken – im Gegenteil, trotz Zubau sinkt die Anzahl in der Summe in 5 Jahren unter die jetzigen Bestandszahlen
• GRÜNEN-Stadträt*innen pochen auf Standardprozedere für Festlegung von sozialem Wohnungsbau bei neuen Bauprojekten
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