Schon seit Längerem fehlt es an Räumlichkeiten für kulturelle Einrichtungen wie Volksbücherei oder die städtische Galerie und auch die Soziokultur wird immer weiter vertröstet, unter anderem mit Verweis auf die angespannte Finanzlage. Doch die GRÜNEN-Fraktion zeigte bei den Haushaltsberatungen auf, dass es genügend Handlungsspielräume gibt – auch ohne Schulden. Denn die Stadt Fürth ist bereits im Besitz eines Grundstücks im Innenstadtbereich, das perfekt für alle Verkehrsteilnehmer*innen erschlossen ist. Die Rede ist vom ehemaligen Saturn-Gebäude. In ihrem Antrag regte die GRÜNEN-Fraktion an, dass sich die Stadt um den Ankauf des Gebäudes auf dem städtischen Grundstück bemühen soll. Auch GRÜNEN-Stadträtin Gabriele Zapf gefällt diese Idee: „Hier könnte man mehrere teure Bauprojekte bündeln, z.B. Volksbücherei und kunst galerie in unmittelbarer Nähe zum Kulturforum und zur Stadthalle, mit perfektem ÖPNV-Anschluss. Nebenbei würde das auch noch das Raumproblem für Soziokultur in der Alten Feuerwache lösen. Die Soziokultur könnte dort zusätzlich einziehen, ohne in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen treten zu müssen.“
Die kunst galerie fürth könnte auf einer Etage des Saturn-Gebäudes ihre Fläche verzehnfachen und mit einem Schlag alle kostspieligen Lagerprobleme lösen. Die Raumhöhen von ca. 4 m und der Baukörper geben sehr viel Flexibilität. Aktuell hat das Gebäude zwar nur zur Südseite Fenster. Aber ein Umbau und eine Anpassung an die Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung sollten an dem Bau gut möglich sein.
Die Stadt plant aktuell die bestehende Volksbücherei abzureißen und neu zu bauen. Die Schätzungen der Kosten für den Bau belaufen sich inzwischen auf 11 Mio €. Auf der Annahme, dass der Großteil der Gelder über Fördermittel finanziert werden würde, basierte damals die Entscheidung für den Neubau der Volksbücherei. Doch ärgerlicherweise werden durch die Umplanungen voraussichtlich nur noch 20 Prozent gefördert; das heißt, dass die Stadt Fürth in einer angespannten Finanzlage den gewaltigen Eigenanteil von mindestens 8 Mio € komplett aus eigener Kraft stemmen muss. Der angedachte Umbau der Alten Feuerwache für die Städtische Galerie wird wohl auch mindestens mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen. „Die Gesamtsumme dieser beiden ursprünglich geplanten Großprojekte liegt inzwischen in einer Größenordnung, in der auch der Kauf des Saturngebäudes und dessen entsprechender Umbau machbar sind“, ist sich Gabriele Zapf sicher.
Das Grundstück gehört ohnehin der Stadt, es geht wirklich nur um das Gebäude. An diesem innenstadtnahen, perfekt durch den ÖPNV erschlossenen Standort würden sich Galerie und Volksbücherei gegenseitig befruchten und es ergäben sich Synergieeffekte mit dem benachbarten Kulturforum. Und auch der Hans-Böckler-Schule in der Südstadt wäre geholfen, denn dort zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Raumplanungen durch die neue Mensa und die neu geplante Volksbücherei extrem knapp ausfallen.
In der Südstadt als bevölkerungsreichstem Stadtteil sollte auch wieder eine Zweigstelle der Volksbücherei entstehen. Diese würde aber im Hinblick auf Kosten und Fläche deutlich geringer ausfallen würde als der aktuell geplante Neubau. Bei den Haushaltsberatungen zog die GRÜNEN-Fraktion den Antrag letztendlich zurück, wie Gabriele Zapf erläutert: „Während der Diskussion bekamen wir den Eindruck, dass im Rahmen der Haushaltsberatungen nicht alle Argumente im Detail dargestellt werden konnten. Deshalb wollen wir eine vertiefte Diskussionen dieses Vorschlags in den Fach-Ausschüssen fortsetzen.“
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