Zur maroden Hafenbrücke hatten die GRÜNEN schon länger einen Einspar-Vorschlag: Dort könnte man prüfen, ob es sinnvoll wäre, langfristig in 25-30 Jahren nur eine Brücke erhalten und damit enorme Folgekosten einsparen. Diese Möglichkeit könnte man sich bewahren, wenn man statt zweier neuer Brücken an den jetzigen Standorten von Hafenbrücke und Farrnbacher Brücke zwischen den beiden Brücken eine neue Brücke baut. Immerhin liegen die beiden maroden Brücken gerade einmal 600 Meter voneinander entfernt. Auf dieser Strecke gibt es auf beiden Seiten des Kanals geeignete Grundstücke, die mit einer neuen Brücke verbunden werden könnten. „Wenn man nun die neue Hafenbrücke zwischen den bestehenden beiden Brücken bauen würde, hätte das auch erhebliche Vorteile für die Verkehrsströme während der Bauphase, denn der Verkehr zum Gewerbegebiet am Hafen könnte ungehindert weiter über die alte Hafenbrücke fließen“, erläutert GRÜNEN-Stadtrat Harald Riedel. Würde man tatsächlich (wie bisher geplant) die Hafenbrücke abreißen und an gleicher Stelle den Neubau errichten, gäbe es hingegen eine Vollsperrung und Umleitungen mit erheblichen Verkehrseinschränkungen für mindestens 3 oder 4 Jahre. Auch der Wirtschaftsbeirat favorisiert daher den Vorschlag der GRÜNEN, der nebenbei noch Atzenhof und den Golfpark vom zusätzlichen (LKW-) Durchgangsverkehr entlastet und den Wirtschaftsstandort Fürth stärkt.
Doch die anderen Parteien verwiesen bei den Haushaltsberatungen fast schon bockig auf den bestehenden Beschluss zum Abriss und anschließenden Neubau an der bisherigen Stelle. „Aber dieser Beschluss wurde auf Basis von falschen Informationen gefasst. Schon zum zweiten Mal mussten wir aufdecken, dass die Informationen der Verwaltung nicht korrekt waren“, so Harald Riedel. „Zuerst hieß es, die Mittelbrücke zwischen den beiden Brücken sei wegen fehlender Barrierefreiheit nicht möglich, weil sie zu steil ausfallen würde. Unsere Recherchen ergaben damals, dass die voraussichtliche Steigung sogar niedriger wäre als am derzeitigen Standort der Hafenbrücke.“
Daraufhin hat der Stadtrat offiziell beschlossen, diese Option der „Mittleren Hafenbrücke“ zu prüfen. Im Herbst 2025 hieß es dann, dass die Grundstücke für die Zufahrt zur neuen Mittelbrücke nicht verfügbar seien. „Nur auf unsere wirklich sehr hartnäckige Nachfrage hin stellte sich heraus, dass noch gar nicht alle betreffenden Grundstückseigentümer*innen abschließend nach Verkaufsbereitschaft und Preisvorstellungen gefragt worden waren“, ärgert sich Harald Riedel.
Und obwohl sich herauskristallisierte, dass die Stadt die Grundstücke für den Bau der neuen Mittelbrücke durchaus hätte kaufen können und das sogar zu vernünftigen Preisen, ließen die beiden anderen Fraktionen während der Haushaltsberatungen keinerlei Bereitschaft erkennen, das weitere Vorgehen noch einmal zu diskutieren. Auch der Oberbürgermeister wollte das Thema ohne Besprechung direkt durchwinken.
„Dass man diskussionslos und ohne ein einziges schlüssiges Argument ablehnen kann, Sparansätze im zweistelligen Millionenbereich überhaupt zu prüfen, ist für mich vollkommen unverständlich“ , so Harald Riedel. „Unsere Aufgabe als Kommunalpolitiker*innen ist es doch, die besten Lösungen für die Fürther Bürger*innen zu finden – Wahlkampf hin oder her!“





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