29. November 2020 – Morgens um halb acht in Fürth: Hunderte von Schüler*innen drängen sich wie die Ölsardinen in den Bussen und U-Bahnen, als gäbe es keine Pandemie. Die U-Bahn zwischen den Stationen Rathaus, Hauptbahnhof und Jakobinenstraße ist am stärksten belastet, da dort die meisten Schüler*innen aus- oder umsteigen. Sie tragen zwar Masken, haben aber im allmorgendlichen Gedränge und Gewusel überhaupt keine Chance, die Abstände einzuhalten, die zur Verringerung der Infektionsgefahr als nötig erachtet werden.
Die GRÜNEN-Stadtratsfraktion hat daher zum Schulausschuss am 19.11.2020 einen dringlichen Antrag gestellt und Überlegungen eingefordert, ob und wie der öffentliche Nahverkehr insbesondere morgens entlastet werden kann: „Gerade jetzt im Winterhalbjahr muss wirklich jede Möglichkeit ausgeschöpft werden, um enges Beieinanderstehen und ‐sitzen vieler Menschen in geschlossenen Räumen zu vermeiden. Dazu gehören selbstverständlich auch die U‐Bahnen und Busse, in denen die Fürther Schüler*innen in die Schule fahren.“ Die Idee: Indem der Schulbeginn an den weiterführenden Schulen stärker als bisher zeitversetzt wird (beispielsweise nicht nur um 10 Minuten, sondern von 7:30 bis 9:00), könnte man das Fahrgastaufkommen am Morgen deutlich besser verteilen.
Zusätzlich erhoffen sich die GRÜNEN-Stadträt*innen eine Wirkung auf die Akzeptanz der Pandemieregeln in der Bevölkerung: „In den Schulen selbst wird peinlich darauf geachtet, Klassen und Unterrichtsgruppen zu trennen und die Hygienekonzepte in allen Situationen umzusetzen. Auf dem Schulweg treffen alle aber auf Dutzende Mitschüler*innen aus anderen Klassen – oder sogar aus anderen Schulen…. Und zwar ohne Hygienekonzept und ohne Lehrer*innen, die darauf achten, dass alle Regeln eingehalten werden. Dieser Widerspruch ist für viele nicht nachvollziehbar und kann dazu führen, dass die Kinder auch die Regeln in der Schule nicht mehr ganz ernst nehmen.“
Auch aus den Reihen der Eltern ist harsche Kritik an den jetzigen Zuständen an die GRÜNEN-Fraktion herangetragen worden. Immer wieder blieben demnach Kinder an Haltestellen stehen, weil die Busse überfüllt waren. Was schon in normalen Zeiten eine Zumutung ist, wird in Zeiten der Pandemie zum Risikofaktor.
Als Resultat des GRÜNEN-Antrags im Schulausschuss sollen nun in einer Gesprächsrunde die Schulleiter*innen der fünf weiterführenden Schulen – die alle in der Innenstadt und Südstadt liegen – mit Bürgermeister Braun und Vertreter*innen von Infra und Kitas nach Möglichkeiten suchen, wie man den Schülerverkehr vor dem Unterricht möglichst gut entzerren und dennoch sicherstellen kann. Bei
den Grund- und Mittelschulen kommen aufgrund des Sprengelsystems viele Schüler*innen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, weil der Weg nicht so weit ist. Die weiterführenden Schulen aber „hängen“ alle an den drei zentralen U-Bahn-Stationen. „Wir wissen, dass geänderte Unterrichtszeiten für die Schulen organisatorische Arbeit bedeuten“, betonen die GRÜNEN-Stadträt*innen. Hallenbelegungen für den Sportunterricht müssen zum Beispiel an den gestaffelten Unterrichtsbeginn angepasst werden. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass Lehrkräfte ihre eigenen Kinder wiederum zu passenden Zeiten in den Kitas abgeben können. „Das ist sicher nicht trivial. Aber in der aktuellen Situation sollten wir alles Menschenmögliche versuchen.“
Alles in allem ein vielschichtiger Themenkomplex, um den sich die Expertenrunde zügig kümmern muss, wie die GRÜNEN-Stadträt*innen finden: „Wir sehen in den angekündigten Gesprächen eine echte Chance, weitere Potenziale für einen gestaffelten Unterrichtsbeginn auszuschöpfen, und somit einen möglichen Beitrag zur Infektionsprävention. Was im deutlich größeren Nürnberg seit Montag praktiziert wird, sollte doch auch in Fürth möglich sein“, so die GRÜNEN-Stadträt*innen.
– Morgendlicher Andrang im ÖPNV soll durch versetzte Anfangszeiten der weiterführenden Schulen der Innenstadt und der Südstadt entzerrt werden
– GRÜNEN-Antrag zum Schulausschuss führt zum Einsetzen einer Gesprächsrunde von Expert*innen zur Suche nach konkreten Möglichkeiten
– Wichtig für die Akzeptanz in der Bevölkerung: Das Einhalten der Pandemie-Regeln muss auf dem Schulweg die gleiche Bedeutung bekommen wie in der Schule
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