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Preisgestaltung im ÖPNV

„Warum haben die GRÜNEN-Stadträt*innen gegen die ÖPNV-Preiserhöhung nach dem neuen Mobilitätsindex („MobiDex“) gestimmt?

Während bisher die Fahrpreiserhöhungen im ÖPNV turnusmäßig nach den „Atzelsberger Beschlüssen“ erfolgten, stand in diesem Jahr etwas Neues auf der Tagesordnung: der Mobilitätsindex „MobiDex“.

„Im Unterschied zu den Atzelsberger Beschlüssen, die die Preiserhöhung ausschließlich am VGN-Warenkorbindex festmachten, also an Faktoren wie Fahrstrom, Dieselkraftstoff/Erdgas, Personal und Zinsen, berücksichtigt der MobiDex neben dem Aufwand der Verkehrsunternehmen endlich auch die Einkommenssituation der Nutzer*innen“, erklärt GRÜNEN-Stadtrat Harald Riedel den Unterschied zwischen den beiden Preiserhöhungsmodellen. Die Einseitigkeit der Atzelsberger Beschlüsse hat auch die GRÜNEN-Stadtratsfraktion jahrelang kritisiert. Der neue Mobilitätsindex (MobiDex) ergibt sich hingegen zu gleichen Teilen aus Warenkorbindex und Einkommensindex.

Warum die GRÜNEN-Stadträt*innen dennoch dem Beschlussvorschlag nicht zugestimmt haben, erläutert Harald Riedel: „Es kann nicht die Lösung sein, dass die Preissteigerungen wie z.B. Tarifabschlüsse oder Energiekostensteigerungen jedes Jahr den ÖPNV für die Nutzer*innen teurer machen. Viele Menschen sind einfach an der Belastungsgrenze und können weitere Preiserhöhungen nicht mehr nachvollziehen. Die Kostenerhöhungen müssen daher grundsätzlich anders gegenfinanziert werden.“

Mittelfristig können das die Kommunen nicht mehr stemmen. Im Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung ist das Ziel für den Fernverkehr verankert, die Fahrgastzahlen bis 2030 im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 2015 zu verdoppeln. „Wenn wir entsprechend auch im Nahverkehr die Fahrgastzahlen verdoppeln wollen, geht das nicht ohne bedeutend mehr Finanzmittel vom Bund und Ländern“, so Harald Riedel weiter.

Die Umstellung des Tarifsystems ab dem 1.1.2023 enthält aber auch erfreuliche Fortschritte im Rahmen des VGN-Innovationspakets: beispielsweise den E-Tarif, der sich an Gelegenheitsnutzer*innen richtet und für eine Testphase von 2 Jahren mit 20.000 Kund*innen probeweise zusätzlich zu den normalen Tarifen eingeführt wird. Mit dem Tagesgrundpreis werden die hohen Fixkosten des ÖPNV mitfinanziert. Da er nur einmal am Tag berechnet wird, sparen Nutzer*innen, wenn sie mehrere ÖPNV-Fahrten an einem Tag durchführen. Denn für alle weiteren Fahrten wird zum Tagesgrundpreis nur noch der Tarif-Kilometerpreis dazugerechnet. „Das ist ein Schritt Richtung mehr Gerechtigkeit im Tarifsystem: die Nutzer*innen zahlen weniger, wenn sie kürzere Strecken fahren – wie beim Auto“, erläutert Harald Riedel. Hinzu kommen noch die Rabattstufen, auch als FahrRabattTarif bezeichnet. Ab gewissen Umsatzgrenzen werden auf den Tagesgrundpreis sowie auf den Tarif-Kilometerpreis Rabatte von 50 %, 70 % oder 100 % angerechnet. Die Rabatte sollen die Kund*innen dazu animieren, häufiger das Auto stehen zu lassen und stattdessen den ÖPNV zu nutzen, da die zusätzlichen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln günstiger werden.

Auch den VGN-Bestpreis begrüßen die GRÜNEN-Stadträt*innen, haben sie diese Form der Abrechnung schließlich lange genug gefordert. Langes Suchen nach dem perfekten Ticket entfällt, die Kund*innen können immer sicher sein, dass sie den günstigsten Preis für ihre Strecke zahlen. Eine App berechnet am Ende des Tages oder des Wochenendes, ob ein Tagesticket oder Einzelfahrscheine günstiger gewesen wären und stellt den besten Preis für die Kund*innen in Rechnung. Für Menschen, die keine Lust haben, sich mit komplizierten Tarifsystemen auseinanderzusetzen, fällt damit ein Hemmnis weg, den ÖPNV zu nutzen.

Dennoch mahnt Harald Riedel weitere Veränderungen im ÖPNV an: „Unter dem Aspekt Klimawandel gehen uns die Neuerungen nicht weit genug. Wenn wir wirklich die Verkehrswende schaffen wollen, müssen wir an mehreren Stellschrauben drehen. Zum einen am Preis für die Tickets, zum anderen aber auch an der Taktverdichtung, der Optimierung von Strecken und Umsteigeverbindungen und anderen Punkten, die den ÖPNV für die Fürther*innen viel attraktiver machen.“

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