Ansammlungen von Müll in der Stadt sind ein ästhetisches und hygienisches Problem. Die Erfahrung zeigt: Steht eine alte Matratze oder ein alter Schreibtischstuhl irgendwo an einer Straßenecke, bildet sich innerhalb von wenigen Tagen eine wilde Müllhalde, wo immer mehr Menschen Dinge entsorgen, die sie nicht mehr benötigen.
„Die Wahrnehmung, wie oft so etwas auftritt und wie präsent das Problem in der Stadt ist, ist sehr individuell. Die GRÜNEN-Fraktion hat daher mit einem Antrag nach Fakten gefragt, um eine Basis für Überlegungen zum weiteren Vorgehen zu bekommen“, erläutert GRÜNEN-Stadträtin Sabine Weber-Thumulla. Zur Sitzung des Umweltausschusses am 19.12.24 wurden die Auskünfte der Abfallwirtschaft dann vorgestellt.
Das Ergebnis ist nicht gerade ermutigend: Die illegalen Müllablagerungen sind in Fürth immerhin so „normal“, dass sogar ein*e Mitarbeiter*in der Müllabfuhr dauerhaft dafür abgestellt wird, mit einem Kleintransporter wilden Müll im Stadtgebiet einzusammeln und ihn zur Entsorgung zu den Recyclinghöfen zu bringen.
Genaue Angaben über die Mengen existieren nicht. Die Erfassung wurde früher zwar eine gewisse Zeit lang durchgeführt, aber nach Angaben der Abfallwirtschaft wegen des unverhältnismäßig großen Aufwands nach einiger Zeit wieder eingestellt. Vollständig wäre die Aufstellung ohnehin nicht, da es noch weitere städtische Stellen gibt, die ebenfalls mithelfen, die Stadt von illegal abgelagertem Müll zu befreien: Größere Mengen oder großformatige Teile werden im Rahmen der regulären Tour von den großen Müllfahrzeugen abgeholt und direkt zur Müllverbrennungsanlage gefahren. Auch das Grünflächenamt, in dessen Aufgabenbereich die Leerung der Papierkörbe fällt, findet immer wieder wilde Müllansammlungen vor und bringt diese zur Entsorgung. Auch diese Mengen werden nicht systematisch erfasst.
Zahlen gibt es nur zu Bußgeldverfahren, die das Rechtsamt einleitet, wenn Urheber*innen der Müllablagerungen ermittelt werden können, was jedoch nach Aussage der Abfallwirtschaft eher selten gelingt. Aus den Unterlagen der Verwaltung geht hervor, dass 2024 bis zur Erstellung der Sitzungsvorlage 43 Bußgeldverfahren eröffnet wurden, 27 waren es im Jahr 2023, und nur 3 im Jahr 2022. Das bestätigt allerdings den subjektiven Eindruck, dass – so heißt es zumindest in den Antworten der Verwaltung – der wilde Müll im Stadtgebiet nach subjektivem Empfinden stetig zu nimmt.
„Die Frage nach dem Umgang mit den wilden Müllhalden führt direkt in eine Zwickmühle“, so Sabine Weber-Thumulla. „Natürlich möchte man ein sauberes Stadtbild und bemüht sich daher, die bekannten Ablagerungsorte regelmäßig anzusteuern und den Müll mitzunehmen. Andererseits können die „Müllsünder*innen dadurch den Eindruck gewinnen, dass es in Ordnung ist, den Müll an diesen Stellen abzustellen, schließlich klappt es ja auf diesem Weg letztendlich mit der Entsorgung.“
Typische Ablagerungsstellen sind eher ruhige Ecken (Stadtwald, Nebenstraßen usw.), aber auch in der Nähe von Altglas- und Altkleidercontainern und in dicht bewohnten Stadtgebieten wie der Südstadt. Oft liegt der Müll sogar direkt unter Schildern, die explizit auf das Verbot von Müllablagerungen hinweisen.
„Das Einsammeln solcher Abfälle erfordert viel Zeit und Ressourcen. Es ist einfach ärgerlich, dass hier einzelne Personen dafür verantwortlich sind, dass Ressourcen gebunden werden, die anderswo dringender benötigt würden, und der Allgemeinheit zusätzliche Kosten entstehen“, so Sabine Weber-Thumulla.





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