11. März 2024 – „Nie wieder ist JETZT!“ steht auf vielen Transparenten bei den Demonstrationen gegen Rechts, die derzeit in deutschen Städten stattfinden – auch in Fürth. Weil rechtsradikale und antisemitische Parolen wieder lauter und präsenter werden und rechte Parteien die Demokratie aushöhlen wollen. Genau in dieser Zeit bräuchte es auch im Alltag deutlich wahrnehmbare Erinnerungsanstöße daran, in welchen Abgrund die menschenverachtende rechtsextreme Ideologie schon einmal geführt hat.
Schon mehrfach hat die GRÜNEN-Fraktion angeregt, auch in Fürth das Konzept der Stolpersteine umzusetzen. Diese kleinen Messingtafeln werden im Boden vor den Häusern verlegt, in denen meist jüdische Menschen lebten, die im Dritten Reich ermordet, verfolgt oder vertrieben wurden. Mit dem Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig wird inzwischen seit über 30 Jahren an ihr schreckliches Schicksal erinnert.
In der Vergangenheit wurde dieser Antrag immer abgelehnt. Dennoch erleben wir, dass die öffentliche Sympathie für dieses Konzept nie verstummt ist. Das Fehlen der Stolpersteine ist regelmäßig Gegenstand von Diskussionen, ob an Schulen oder in sozialen Medien. Wenig verwunderlich, denn gerade in unserer an jüdischem Leben einst so reichen Stadt Fürth soll endlich sichtbar werden, welches Ausmaß der Naziterror hatte, wie viele Männer, Frauen und Kinder auch in unserer Stadt gelitten haben und Eigentum, Heimat, körperliche Unversehrtheit und Leben verloren.
Es wäre zwar schade, wenn ausgerechnet Fürth sich endgültig dagegen entscheidet, Teil des weltweit größten dezentralen Mahnmals in über 30 Ländern zu werden. Aber für diesen Fall gibt es durchaus andere Möglichkeiten, an die Gräueltaten der Nazis in Fürth zu erinnern,
So könnte die Stadt etwa auf eigene Faust Erinnerungssteine im Boden vor den Häusern anbringen lassen oder vielleicht eine modernere Variante mit sprechenden QR-Codes. Egal wie – es ist eine befremdliche Lücke, dass ausgerechnet in Fürth die Erinnerung im öffentlichen Raum im Gegensatz zu anderen Städten kaum stattfindet.
Zur Sitzung des Ältestenrats am 11. März 2024 stellen wir daher folgenden
A n t r a g:
Die Verwaltung sucht nach Möglichkeiten, dauerhaft vor den Häusern der von Nazis ermordeten oder vertriebenen Fürther*innen an diese Gräueltaten zu erinnern. Die Stadt prüft verschiedene Optionen wie das Verlegen von „Stolpersteinen“, Bodenplatten mit eingravierten Namen, digitalen QR-Codes oder ähnliche Alternativen und stellt diese in der nächsten Sitzung des Ältestenrats vor.
Dieser Antrag als pdf-Datei:





Neuste Artikel
Baden Bauen Freibad Freizeit Hallenbad Scherbsgraben Schule Schulen Sommerbad Sport Sportverein Vereine
Antrag: Vermeidung der Sommerbad-Schließung während der Bauzeit des neuen Hallenbads
22. April 2026 – In der Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit am 16.04.2026 wurde der Planungsstand für das neue Hallenbad am Scherbsgraben vorgestellt. Wie während der Sitzung deutlich wurde, sind „Einnahmenausfälle aus dem Sommerbad“ für mindestens 1-2 Jahre eingeplant. Das bedeutet, dass es nach den aktuellen Planungen während der Bauzeit des…
Einkaufen Fußgängerzone Innenstadt Kultur kulturelle Vielfalt Musik Soziales
Antrag: Mehr Qualität in der Fürther Straßenmusik
16. April 2026 – Gerade im Sommer halten sich auch in Fürth die Leute gerne draußen auf der Straße und in einer attraktiven Innenstadt auf. Gute Straßenmusik verstärkt dieses sommerlich-leichte Lebensgefühl und steigert die Aufenthaltsqualität der Fürther Fußgängerzone, hat also Vorteile für Passant*innen, Beschäftigte und Bewohner*innen sowie die Attraktivität der Einkaufsstadt für Besucher*innen und Händler*innen….
Bürgerbeteiligung Demokratie Digitalisierung Politik Transparenz Verwaltung
Antrag: Mehr Transparenz für Bearbeitung von Anträgen aus Bürgerversammlungen
ERGEBNIS: Leider wurde der Antrag von der Mehrheit des Ältestenrats abgelehnt. Die Verwaltung argumentierte damit, dass Personen, die in den Bürgerversammlungen einen Antrag stellten, im Nachgang eine Antwort mit dem Ergebnis bekämen. Das genüge. Mehr Transparenz ist wohl nicht erwünscht. 18. März 2026 – Bürgerversammlungen sind ein wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung und eine Möglichkeit,für Interessierte,…
Ähnliche Artikel
Friedhof | Gewalt | Jugendliche | Kriminalität | Natur | SeniorInnen | Sicherheit | Stadtgeschichte | Stadtgesellschaft
Vandalismus-Prävention auf den Fürther Friedhöfen
Leider kommt es immer öfter zu Diebstahl und Vandalismus in den Fürther Friedhöfen. Vor allem die Zerstörung hat in den letzten Wochen und Monaten eine neue Intensität erreicht, wie GRÜNEN-Stadträtin Gabriele Zapf erzählt: „Blumen und Pflanzen werden herausgerissen, Platten, Vasen, Lichter zerschlagen, sogar Metalllampen verbogen und auch andere Metallgegenstände demoliert.“ Das Absperren der Friedhofstore genügt…
Freizeit | Natur | Naturschutz | Sommer | Sport | Stadtgemeinschaft | Stadtgesellschaft
Sommervergnügen Flussbaden in der Rednitz als Erfolg grüner Politik
Jahrhundertelang wurden verschiedene Abschnitte der Rednitz von Fürther*innen zum Baden genutzt (u. a. auch am Schießanger). Am bedeutendsten war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts das Flussbad im Bereich der heutigen Uferpromenade. Davon zeugen Benennungen wie „Badsteg“ und „Badstraße“. Dann war es über viele Jahre verboten. Bis 2022. Seitdem ist entlang der Uferpromenade zwischen den…
Bauen | Innenstadt | Parkplätze | SeniorInnen | Soziales | Stadtbild | Stadtentwicklung | Stadtgemeinschaft | Studenten
Ärgerlich: Keine Wohnungen für Studierende im Hornschuch-Campus
Eine Kombination von seniorengerechten Wohnungen und Apartments für Studierende sollte im Gebäudekomplex des künftigen Hornschuch-Campus entstehen. „Doch ganz offensichtlich ist man in Fürth mal wieder auf leere Versprechungen von altbekannten Investoren hereingefallen“, so die Einschätzung von GRÜNEN-Stadträtin Xenia Hasenschwanz. Eines der größten Probleme im Alter ist die zunehmende Vereinsamung. Seniorengerecht wäre daher eine Wohnform, in…