Gewalt gegen Frauen ist leider auch in Fürth an der Tagesordnung. Im Jahr 2022 gab es sogar zwei Femizide. In Fürth (und Umland) gibt es so viele Hilfe suchende Frauen, dass das Frauenhaus nicht alle aufnehmen konnte. Nun beteiligt sich erstmals der Landkreis an den Kosten und die Plätze können Ende des Jahres endlich von 5 auf 10 verdoppelt werden. Dies ist zwingend notwendig und wird vermutlich nicht einmal ausreichen.
Darum ist es wichtig, dass auch die Stadt Fürth immer wieder Zeichen gegen diese Gewalt setzt, beispielsweise indem sie auf das niedrigschwellige Angebot einer speziellen Telefonberatung hinweist. Für Frauen, die Gewalt erfahren oder davon bedroht sind, gibt es eine Hotline, wo sie an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Unterstützung finden. „Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ kann jedoch nur den Frauen etwas nützen, die diese Nummer auch kennen. Deshalb haben wir einen Antrag zum Finanzausschuss im April den Antrag gestellt, dass die Stadt diese wichtigen Informationen in Mehrfamilienhäusern aushängen lässt“, erläutert GRÜNEN-Stadträtin Gabriele Zapf.
Mit bundesweit ca. 100 Mitarbeiterinnen ist das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ rund um die Uhr besetzt. Unter der Telefonnummer 116 016 stehen die kompetenten Beraterinnen anonym, kostenfrei, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen zur Verfügung. Als Gesprächspartnerinnen für Betroffene hören sie vertraulich zu, geben Informationen und Tipps und vermitteln bei Bedarf Unterstützung vor Ort wie Frauenberatungsstellen oder Frauenhäuser.
Dieses Angebot des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ist aber auch für Angehörige, Freund*innen oder auch aufmerksame Nachbar*innen nutzbar, die Hinweise zum Umgang mit betroffenen Frauen benötigen oder die Opfern von Gewalt konkret helfen wollen.
„Leider ist das Hilfetelefon noch nicht allen Bürger*innen bekannt. Daher ist es auch Aufgabe der Stadt Fürth, verstärkt auf das Angebot hinzuweisen“, findet Gabriele Zapf. Neben den sicher bereits erfolgten Aushängen in den städtischen Behörden und Einrichtungen ist es deshalb sinnvoll, auch die Fürther Wohnungsbaugesellschaften und Bauträger aufzufordern, in den Treppenhäusern ihrer Mehrfamilienhäuser über das niedrigschwellige Angebot zu informieren.
„Ein einfacher Hinweis im eigenen Wohnumfeld kann der Anstoß für eine betroffene Frau sein, sich bei drohender oder bereits erlebter Gewalt Hilfe zu holen“, ist sich Gabriele Zapf sicher.
Der Antrag der GRÜNEN-Fraktion war erfolgreich: Die Stadtverwaltung wird die in Fürth tätigen Wohnungsbaugesellschaften wie Volkswohl und WBG sowie die privaten Bauträger auffordern, in ihren Mehrfamilienhäusern auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam zu machen, beispielsweise durch Aufkleber, Flyer und/oder Aushänge am Schwarzen Brett.
Auf der Webseite www.hilfetelefon.de können dazu entsprechende Druckdateien heruntergeladen werden oder kostenlose Materialen wie Abreißzettel mit der Nummer (auch mehrsprachig), Aufkleber, Flyer in 7 Sprachen bzw. Leichter Sprache und Plakate bestellt werden.
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