Bildung

GRÜNEN-Fraktion Fürth will Chancengleichheit schon im Kindergarten

  • Kita-Gebühren der städtischen Einrichtungen steigen stark.
  • GRÜNEN-Fraktion will weiterhin Kita-Besuch für alle Kinder ermöglichen und deshalb nach Wegen suchen, die Eltern zu entlasten.
  • Bildung beginnt bei den Kleinsten und soll für alle Kinder zugänglich sein – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern.

1. Oktober 2026 – Im Ausschuss für Jugendhilfe und Jugendangelegenheiten stand am 16.9.26 eine „Änderung der Kita-Gebührensatzung“ auf der Tagesordnung, im Stadtrat am 30.9.26 wurde die Änderung dann beschlossen – GEGEN die Stimmen der GRÜNEN-Fraktion. Wie eigentlich immer, wenn es um Geld geht, ist auch in diesem Fall eine „Änderung“ mit einer Erhöhung gleichzusetzen. Genauer: Der monatliche Zuschuss, den bisher Eltern für jedes Kindergartenkind bekommen haben, entfällt künftig.

Durch umfangreiche Änderungen des Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetzes (BayKiBiG) hätte sich die Fördermittelstruktur geändert, heißt es etwas nebulös in der Vorlage der Verwaltung. Unter anderem sei der bisherige Elternbeitragszuschuss für Kindergartenkinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres von 100 Euro monatlich im Gesetz gestrichen worden. Und die Stadt könne diesen Betrag aufgrund leerer Kassen nicht ausgleichen.

„Das bedeutet im Klartext: Auf Eltern kommt eine Mehrbelastung pro Kind von 100 Euro im Monat zu! Für viele Eltern wird das ein echtes Problem, vor allem, wenn sie mehrere kleine Kinder haben“, erklären die GRÜNEN-Stadträt*innen.

Bei einer näheren Analyse stellt sich dann heraus, dass der Zuschuss von 100 Euro keineswegs komplett gestrichen wurde, sondern das Geld weiter an die Einrichtungen fließt – aber nach Maßgabe des Freistaats Bayern nicht mehr an den Zweck gebunden ist, die Eltern zu entlasten. Also werden mit diesen Mitteln künftig Personalkosten bestritten oder andere Finanzierungslücken geschlossen. Das alles ist jedoch bislang nicht transparent kommuniziert; es weiß also noch niemand, wie sich diese Veränderungen konkret in den einzelnen Kitas auswirken werden. Fest steht nur: Die Eltern müssen die teureren Gebühren zahlen.

Wie wichtig die frühkindliche Förderung und Bildung ist, hat erst kürzlich das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bekräftigt: Mit einer Pressemitteilung vom 2. September 2026 wurde auf das Gesetz zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung (Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz – SCQEG) hingewiesen, mit dem bundesweit Qualitätsstandards eingeführt werden. „Gute Bildungschancen dürfen nicht von der Herkunft eines Kindes abhängen“ heißt es in der Mitteilung.

Doch genau das wird nach Einschätzung der GRÜNEN-Stadtratsfraktion nun passieren: „Wir sehen vor allem ein Problem darin, dass diese Verteuerung Familien trifft, die ohnehin schon sparen und mit einem begrenzten Budget auskommen müssen. Manche Eltern werden sich dann wohl dagegen entscheiden, ihr Kind in den Kindergarten oder eine Kita gehen zu lassen. Und es darf einfach nicht sein, dass Kindern aus finanziellen Gründen der Zugang zu Betreuung und Bildung schon im Kindergartenalter verwehrt wird!“ Der im Februar veröffentliche Bildungsbericht der Stadt (Reihe #2: Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung) erläutert eindrücklich, wie sehr sich soziale Ungleichheit bei der Wahl und dem Zugang zu Betreuungseinrichtungen auswirkt: Demnach sind Familien „in knapperen Lebensverhältnissen und mit geringerer formaler Bildung“ stärker auf öffentliche Infrastruktur angewiesen. Kinder unterschiedlicher Herkunft profitieren aber gleichermaßen von der Qualität der frühkindlichen Bildung in Fürth – wenn denn der Zugang zur Kinderbetreuung gelingt. „Es gibt zwar Möglichkeiten, Förderanträge zu stellen, aber gerade bildungsferne Familien oder Familien mit Migrationshintergrund haben mitunter Schwierigkeiten bei derartigen Anträgen oder wissen gar nicht, dass es entsprechende Fördermöglichkeiten gibt“, ergänzen die GRÜNEN-Stadträt*innen. Die Verteuerung der Beiträge für die Eltern ist also ein echter Rückschritt in Sachen Chancengerechtigkeit.

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