Bauen

Schulerweiterungsbauten im Gebäudetyp E – hoffentlich nicht zu Lasten von Raumluftqualität und energetischen Standards

Immer wieder gibt es Diskussionen um den Einbau von Lüftungsanlagen in Schulgebäude. Zuletzt im Januar, als es im Bauausschuss um den Erweiterungsbau der Grundschule Soldnerstraße als Gebäudetyp E ging. GRÜNEN-Stadträtin Sabine Weber-Thumulla ist enttäuscht vom Verlauf der Diskussion: „Es wird so getan, als ob eine Lüftungsanlage reiner Luxus ist, auf den man leicht verzichten kann. Aber der Luftaustausch ist nicht nur für die Konzentration und Lernfähigkeit der Schüler*innen unerlässlich. Spätestens in der Pandemie haben wir gelernt, wie wichtig Luftzirkulation ist, wenn es um Keime, Ansteckungsrisiken und Hygiene geht. Ausgerechnet bei unseren Grundschulkindern sollen wir nun darauf verzichten?“

Als bei den beiden letzten großen Schulbaustellen, dem Helene-Lange-Gymnasium und dem Heinrich- Schliemann-Gymnasium, zentrale Lüftungsanlagen eingeplant wurden, war ein neuer sinnvoller Standard gesetzt. Nun besteht die Befürchtung, dass der neue Bauturbo bisherige Errungenschaften wieder in Frage stellt. Die Baumaßnahme Soldnerschule wird als Pilotprojekt zum Gebäudetyp E wissenschaftlich begleitet und soll künftig als Prototyp für weitere Schulbauten in Fürth dienen.

Sabine Weber-Thumulla befürchtet, dass die Erweiterung der Grundschule Soldnerstraße im Gebäudetyp E hinter moderne Standards zurückfallen könnte. Insbesondere der Satz aus dem Sitzungsprotokoll, wonach die Verwaltung nochmals dargelegt habe, „dass natürlich auf eine ausreichende Lüftung und einen ausreichenden Schallschutz geachtet wird“, lässt sie aufhorchen. Dazu sagt sie: „Selbst sehr regelmäßiges Stoßlüften zwischen den Schulstunden kann nicht ansatzweise das leisten, was eine vernünftige Lüftungsanlage kann!“

Lüftungsanlagen in Schulen schützen die Gesundheit der Schüler*innen. Sie steigern ihre Lernleistung und ihr Wohlbefinden, gleichzeitig sichern sie Bausubstanz und sparen Energie:

  • Weniger Krankheiten: Filtern Aerosole, Feinstaub und Allergene – schützt besonders empfindliche Kinder.
  • Bessere Konzentration: Halten CO₂‑Werte niedrig, verhindern Müdigkeit und steigern nachweislich die Lernleistung.
  • Energie Sparen: Wärmerückgewinnung senkt Heizkosten im Vergleich und unterstützt Klimaziele.
  • Schutz vor Schimmel: Regulieren Feuchtigkeit und sichern die Bausubstanz. S
  • Mehr Ruhe im Unterricht: Kein Dauerlüften nötig, weniger Lärm und Zugluft, Entlastung für die Lehrkräfte.

Diese Diskussion werden die GRÜNEN-Stadträt*innen angesichts der anstehenden Schulerweiterungsbauten vermutlich noch häufiger führen. Gerade im Zug des neuen Bau-Turbos besteht die Gefahr, dass technische Ausstattung und energetische Standards zugunsten einer schnelleren Umsetzung in den Hintergrund treten. Sabine Weber-Thumulla will sich deshalb weiterhin für gute Raumluft in Klassenzimmern und für hohe energetische Anforderungen einsetzen: „So wie Statik, Brandschutz und andere sicherheitsrelevante Normen selbstverständlich eingehalten werden, gehören auch technische Lüftungsanlagen zu einem zeitgemäßen Schulbau. Sie sind unverzichtbar, um gute Lernbedingungen und eine erfolgreiche Bildung unserer Schüler*innen zu gewährleisten.“

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