9. März 2026 – Künftig werden nur noch sieben statt bisher zehn Stadträt*innen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Fürther Stadtrat sitzen. „Auch wenn der erste Impuls Enttäuschung ist, darf man nicht vergessen, dass das dennoch das zweitbeste Ergebnis in der Parteigeschichte in Fürth ist“, betonen die Fürther GRÜNEN. Vor dem herausragenden Ergebnis bei den letzten Kommunalwahlen 2020 saßen stets nur maximal sechs GRÜNEN-Stadträt*innen im Stadtrat. „2020 waren Klimaschutz und Umweltbewusstsein in einem sehr breiten Teil der Bevölkerung wichtige und aktuelle Themen. Das war ein Umfeld, in dem z. B. die Bewegung Fridays for Future hoch aktiv war und die Medien sehr regelmäßig und an prominenter Stelle zu Klimathemen berichteten. Seitdem hat sich die Welt verändert. Aktuell ist Klimaschutz sehr in den Hintergrund getreten; die Bundesregierung rüttelt sogar an bereits errungenen Erfolgen und dreht das Rad zurück“, erläutert die GRÜNEN-Kreisverbands-Vorsitzende Annette von Heissen. In diesem Umfeld ist ein Ergebnis von 14,4 Prozent wirklich gut. Erfreulicherweise ist der Frauenanteil mit vier von sieben Personen in der neuen Stadtratsfraktion sogar noch höher als in der bisherigen, die paritätisch besetzt war.
„Für unseren Wahlkampf bekamen wir sehr viel positives Feedback, es gab viele Gespräche an Infoständen, die von echtem Interesse geprägt waren, unsere Kampagne vom Slogan bis zu den Wahl-Plakaten wurde von vielen – auch parteiübergreifend – gelobt. Auch die Kurzprogramm-Broschüren und Give-aways sind sehr gut angekommen. Wir danken allen fleißigen Helfer*innen für ihr großes Engagement“, ergänzt Johannes Newald, Vorsitzender des GRÜNEN-Kreisverbands. „Und wir gratulieren auch dem alten und neuen Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung zu seinem sehr guten Ergebnis.“
Die GRÜNEN sind entsetzt darüber, dass ausgerechnet die AfD die größten Zuwächse verzeichnet: „Die AfD setzt auf Spaltung, Hass und Zwietracht, will die Schwächsten schwächen und die Reichen noch reicher machen und tut wirklich alles dafür, demokratische Strukturen abzubauen. Dass nun sechs Stadträt*innen dieser Partei im Fürther Rathaus sitzen, ist für uns wirklich schwer zu ertragen.“ Immerhin konnten die GRÜNEN verhindern, dass die AfD drittstärkste Kraft in Fürth wird.
Der Fürther GRÜNEN-OB-Kandidat Kamran Salimi ist mit seinem Ergebnis von 6,0 Prozent nicht unzufrieden: „Ich habe keinen persönlichen, auf mich zugeschnittenen OB-Wahlkampf gemacht, sondern bei entsprechenden Terminen und Diskussionen Partei-Inhalte und grüne Ziele in den Vordergrund gestellt. Mit dem Wissen, dass auch vor der Wahl schon klar war, dass OB Jung wieder die Unterstützung einer großen Mehrheit bekommen wird, freue ich mich sehr darüber, dass mir trotzdem über 3000 Menschen ihre Stimme gegeben haben und bin dafür sehr dankbar.“
Trotz der Sorgen, die sie sich um die verstärkte AfD-Präsenz im Fürther Stadtrat machen, schauen die GRÜNEN zuversichtlich in die Zukunft: „In der neuen Fraktion werden vier erfahrene und sehr kompetente Stadträt*innen sitzen, drei neu gewählte Stadträtinnen kommen dazu. Das bedeutet auch intern frischen Wind und neue Ideen. Wir wollen auch weiterhin daran arbeiten, dass Fürth grüner wird. Für alle. Das war nicht nur unser Wahlkampf-Slogan, sondern daran wollen wir uns auch in sechs Jahren messen lassen.“
- Bündnis 90 / DIE GRÜNEN erzielt zweitbestes Ergebnis bei der Fürther Stadtratswahl in der Parteigeschichte.
- Erfreulich: neue Köpfe und noch höherer Frauenanteil in der neuen Stadtratsfraktion.
- Sorge wegen gestiegenem AfD-Anteil im künftigen Stadtrat.
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