Seit einigen Wochen sind sie in Fürth testweise im Einsatz: Mülleimer mit Pfandringen, wie sie die Stadtratsfraktion im August letzten Jahres beantragt hatte. Das sind Vorrichtungen, die um Mülleimer herum oder unmittelbar daneben installiert werden. Dort kann man separat das Leergut abstellen.
GRÜNEN-Stadträtin Xenia Hasenschwanz erklärt den Sinn der Vorrichtungen: „Wenn Pfandverpackungen im Müll landen, werden wertvolle Rohstoffe aus dem Pfandkreislauf herausgenommen und können nicht recycelt werden, die Restmüllmenge in den öffentlichen Mülleimern steigt. Durch das regelmäßige Einsammeln der Flaschen entstehen auch weniger Scherben und die Parks bleiben sauberer, der Reinigungsaufwand für die Stadt reduziert sich.“
Schon seit vielen Jahren trägt das Pfand auf Getränkeflaschen und -dosen zur Abfallvermeidung bei und hilft, den Verbrauch von wertvollen Rohstoffe zu verringern. Doch auch in Fürth landen bisher trotzdem viele Pfandverpackungen in öffentlichen Mülleimern, meist aus reiner Bequemlichkeit Gerade in Coronazeiten wird draußen gefeiert, leere Flaschen landen im Gebüsch oder im Müll statt im Rückgabe-Automat im Supermarkt. Das Stadtbild leidet unter überquellenden Mülleimern und herumstehenden Flaschen. Pfandringe oder Pfandblumen können hier Abhilfe schaffen.
Neben dem Sparpotenzial für die Kommune durch geringere Kosten für Restmüllentsorgung und positiven Aspekten für die Umwelt gibt es weitere Vorteile, wie Xenia Hasenschwanz erläutert: „Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Pfandflaschen aufbessern müssen, müssen nicht mehr in die Mülleimer greifen, wo nicht nur ausgekaute Kaugummis und Essensreste warten, sondern auch ein Verletzungsrisiko durch Scherben oder scharfkantige Gegenstände besteht.“
Das Konzept wurde bereits in vielen Städten erprobt. Wie gut die Pfandringe angenommen werden, ist offenbar von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Während manche Städte davon berichten, dass die Menschen in den Vorrichtungen anderen Müll abladen und die Pfandflaschen dann doch wieder am Boden stehen oder im Mülleimer landen, klappt es in anderen Städten wie beispielsweise Bochum oder Erlangen ganz hervorragend.
„Wir hoffen sehr, dass die Pfandringe in Fürth gut angenommen werden“, sagt Xenia Hasenschwanz. „Dazu muss vor allem der Sinn der Pfandringe klar kommuniziert werden. Je mehr Bürger*innen den Sinn der Pfandringe erkennen, desto eifriger werden sie zweckgemäß genutzt.“
In Fürth werden die Mülleimer mit den Pfandringen aktuell am Bahnhof, in der Fußgängerzone und in der Konrad-Adenauer-Anlage getestet.
„Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man im Alltag auf einmal sieht, wie die eigene Idee tatsächlich umgesetzt wird“, freut sich Stadträtin Hanne Wiest. „Das führt einem klar vor Augen, wie wichtig unsere kommunalpolitische Arbeit ist“.
Gleichzeitig darf natürlich der Erfolg der Pfandringe nicht von dem gesellschaftlichen Problem ablenken, dass scheinbar in einem hochentwickelten Industriestaat zunehmend mehr Menschen auf das Sammeln von Pfandflaschen angewiesen sind –trotz staatlicher finanzieller Unterstützung.





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