30. April 2020 – In der Sitzung des Ferienausschusses vom 29. April 2020 wurde gegen die Stimmen der GRÜNEN beschlossen, dass es auch in Fürth eine*n dritte*n Bürgermeister*in geben soll. Da sich jedoch die Mehrheit des Ferienausschusses stellvertretend für den Stadtrat für die Einführung dieses Ehrenamts ausgesprochen hat, endete auch am 29.4.2020 um Mitternacht die von der Stadtverwaltung gesetzte Bewerbungsfrist für Kandidat*innen.
Daraus ergab sich für die GRÜNEN die Notwendigkeit, noch vor Abschluss der laufenden Sondierungsgespräche mit SPD und CSU zu entscheiden, ob man jemanden ins Rennen schicken wollte. Für die Stadtratsfraktion sind zwei Punkte absolut klar: „Wenn schon die Mehrheit des Stadtrats beschließt, dass Fürth eine*n Dritte*n Bürgermeister*in braucht, dann muss das Amt deutlich über repräsentative Aufgaben hinausgehen und auch mit Inhalten und einem konkreten Aufgabengebiet verbunden sein. Außerdem kann dafür angesichts des Wahlergebnisses nur ein Mitglied der GRÜNEN-Fraktion in Frage kommen.“
SPD und CSU haben bei den Wahlen deutlich Stimmanteile verloren. Jeder fünfte Fürther, jede fünfte Fürtherin hat die GRÜNEN gewählt. Die GRÜNEN-Stadtratsfraktion will diesen Wählerauftrag umsetzen und die Politik in Fürth als zweitstärkste Fraktion wirklich mitgestalten, vor allem in den Kernthemen des GRÜNEN-Wahlprogramms wie Klimaschutz, Verkehrswende und sozialer Wohnungsbau.
Daher hat die Fraktion noch am Abend die Kandidatur der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Gabriele Zapf als Dritte Bürgermeisterin an die Stadt gemeldet.
Der Hintergrund für diese Entscheidung ist folgender: Ein zentrales Gremium der Fürther Stadtverwaltung ist die wöchentliche Referentenrunde, an der der Oberbürgermeister, der Bürgermeister und die Referatsleiter*innen teilnehmen. Dort werden die Weichen für die Weiterentwicklung der Stadt gestellt; dort werden wichtige Themen mit allen Hintergründen diskutiert; dort wird beschlossen, was dem Stadtrat in welcher Form vorgestellt wird.
Bislang nehmen nur SPD und CSU an der Referentenrunde teil. In einer Kandidatur für das Amt der Dritten Bürgermeisterin sehen die GRÜNEN auf absehbare Zeit die einzige Chance, in dieses wichtige Gremium zu kommen und ebenfalls Zugriff auf die ungefilterten Informationen zu bekommen.
„Dass die SPD und die nur noch drittstärkste Kraft CSU das Verwaltungshandeln unter sich ausmachen wollen, während die GRÜNEN als zweitstärkste Kraft in Fürth nach wie vor an der Seitenlinie stehen und zuschauen sollen, ist nicht hinnehmbar“, finden die GRÜNEN-Stadträt*innen und sahen sich daher gezwungen, eine Kandidatin für die Bürgermeisterwahl aufzustellen.
Die künftige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Zapf hatte schon im Wahlkampf die beiden Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Wirtschaft vertreten. Aus der Position der Dritten Bürgermeisterin soll sie vor allem auch inhaltlich die Referate in diesen Bereichen unterstützen. Die 62-Jährige kommt aus der Wirtschaft und hat sich als langjährige Führungskraft in der Automobilzulieferer-Industrie bewährt. Nach mehreren beruflichen Auslandsaufenthalten lebt die gebürtige Mittelfränkin seit fast einem Jahrzehnt in der Fürther Südstadt.
Die GRÜNEN-Stadträt*innen blicken zuversichtlich in die neue Stadtratsperiode: „Wir werden uns weiterhin für die Themen stark machen, für die wir auch gewählt wurden. Gerne sind wir auch weiterhin offen für die Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien.“
• Referentenrunde als Herzstück der Verwaltung bisher ausschließlich von SPD und CSU besetzt.
• Teilnahme der GRÜNEN als künftig zweitstärkste Partei in der Referentenrunde notwendig, um dem Wählerwillen entsprechend die Stadtpolitik aktiv mitgestalten zu können.
• Ehrenamt der Dritten Bürgermeisterin soll inhaltlich mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Wirtschaft verbunden werden.
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