10. Mai 2022 – Die Fürther Stadtspitze hat beschlossen, dem Nachhaltigkeits-Festival „Fürth im Übermorgen“ in diesem Jahr das Musikprogramm ab 20 Uhr zu verbieten. Das ist das Aus für das Konzert der Münchner Künstlerin Elena Rud am Samstagabend.
„Ein Festival ohne Abendkonzert – als würde es die Stadtspitze darauf anlegen, dass junge Menschen für Veranstaltungen in die Nachbarstädte Erlangen und Nürnberg abwandern und in Fürth gar nichts mehr los ist“, ärgern sich die Stadträt*innen der GRÜNEN-Stadtratsfraktion.
Unter dem Motto „Stadt der Zukunft – eine neue Kultur!“ findet das Festival vom 7.- 10. Juli 2022 im Fürther Stadtpark statt – sehr zur Freude der Organisator*innen, die während der Corona-Pandemie ersatzweise auf online-Veranstaltungen zurückgreifen mussten.
Seit 2018 wird das mehrtägige Event „Fürth im Übermorgen“ von der Stadt Fürth und vielen Partnerorganisationen gestaltet. Ergänzt durch ein Bühnenprogramm ziehen die Workshops, Aktionen und Vorträge rund um die Themen Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt vor allem junges Publikum an. Auch der Oberbürgermeister zeigte sich beim Festival in der Vergangenheit stets betont jugendnah und begeistert davon, was die Fürther Jugendlichen so alles auf die Beine stellen.
Doch nun müssen die Organisator*innen des Festivals erneut die bittere Erfahrung machen, dass es mit der Jugendnähe schnell vorbei ist, wenn man damit den Unmut der etablierten Fürther Veranstalter*innen auf sich zieht, wie die GRÜNEN-Stadträt*innen erläutern: „Mit der Absage des Konzerts versucht die Stadtspitze vor allem, den wenig später stattfindenden Sommernachtsball vor eventuellen Klagen von Anwohner*innen zu schützen. Der Ball geht übrigens bis 23 Uhr, das Festivalkonzert würde schon um 21:45 Uhr enden. Es kann nicht sein, dass in Fürth so klar die Elitenkultur der Soziokultur vorgezogen wird. Ein vorauseilender Gehorsam wegen eventueller Lärmbeschwerden ist absolut unangebracht. Wenn man sich ansieht, in welcher Lage besonders die alternative Fürther Kulturszene steckt, bräuchte es hier viel eher Rückhalt und Unterstützung von städtischer Seite.“
Kein Wunder, dass sich auch bei der einen oder anderen Partnerorganisation Frust breit macht. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass sie an der Stadtspitze abprallen, sobald andere Interessenten wie etablierte Firmen oder Institutionen ins Spiel kommen. Man denke nur an die jahrelange Suche nach einem Ort für ein soziokulturelles Zentrum, das bei Optionen wie Eichamt, Alte Feuerwache oder Lokschuppen immer wieder zurückstehen musste – trotz anders lautender Versprechungen der Stadtspitze. Es müssen endlich auch Lösungen gefunden werden, die nicht nur eine Zeitlang als bloße Idee überleben, sondern letztendlich auch in Genehmigungen und Umsetzung münden, damit auch in Fürth mehr Raum für Jugend- und Soziokultur entsteht.
Die Organisator*innen von „Fürth im Übermorgen“ suchen nun nach Veranstaltungsräumen, in denen sie den Festival-Samstag mit dem geplanten und bereits gebuchten Konzert ausklingen lassen können. Auf entsprechende Unterstützung durch die Stadt hoffen sie bislang vergeblich. Und selbst wenn sich ein Raum fände, wäre es nicht dasselbe wie in der entspannten Stimmung unter freiem Himmel im Stadtpark, meinen die GRÜNEN-Stadträt*innen: „Die Stadt Fürth muss endlich Wege finden, mehr für die Jugend- und Soziokultur zu tun – gerade nach den langen Entbehrungen während der Coronazeit. Dazu gehört auch, den gesetzlichen Rahmen für ein Konzert auszuschöpfen. Daher richtet sich unser dringender Appell an die Stadtspitze, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit das geplante Konzert bis 21:45 Uhr stattfinden kann.“
– Fürther Stadtspitze blockiert Konzert beim Festival „Fürth im Übermorgen“ im Stadtpark (7.-10.7.22)
– GRÜNEN-Stadtratsfraktion fordert die Stadt Fürth auf, das Konzert am Samstagabend (9.7.) wie geplant bis 21:45 Uhr stattfinden zu lassen
– Jugend- und Soziokultur muss in Fürth endlich einen höheren Stellenwert bekommen
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