Hebammen sind für die vernünftige Versorgung von Schwangeren, Müttern und neu geborenen Babys unverzichtbar. In vielen Gegenden in Deutschland gibt es allerdings einen deutlichen Mangel an Hebammen, so auch in Fürth. Das Bundesministerium für Gesundheit versucht deshalb, die Rahmenbedingungen für den Beruf zu verbessern und so die Arbeit als Hebamme attraktiver zu machen. Und auch in Bayern gibt es die „Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Bayern (GebHilfR)“. Jede Stadt bzw. jeder Landkreis darf aus einem ganzen Katalog an möglichen Fördermaßnahmen diejenigen auswählen, für die die Fördergelder ausgegeben werden.
„In Fürth wurde diese Förderung bisher recht einseitig verteilt“, sagt Xenia Hasenschwanz, die das sowohl aus ihrer Arbeit als Stadträtin, aber auch aufgrund ihrer Tätigkeit als freiberufliche Hebamme beurteilen kann. „Der Fokus lag vollkommen auf der klinischen Geburtshilfe und der eingerichteten Hebammenkoordinationsstelle im Klinikum, die außerklinische Geburtshilfe ging leer aus.“ Immerhin 7 Prozent der Babys kommen auch in Stadt und Landkreis Fürth nicht in der Klinik zur Welt. Die Hebammen, die diese Geburten zu Hause oder in einem Geburtshaus begleiten, entlasten also auch das Klinikum.
Schon in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit vom 10.11.2022 wurde die Verlängerung des Förderprogramms Geburtenhilfe behandelt. Und schon damals wurde eine Überprüfung der Bezuschussung für freiberufliche Hebammen in Ergänzung zur Hebammenkoordinationsstelle des Klinikums zugesichert.
„Doch die Mühlen mahlen hier sehr langsam“, stellt Xenia Hasenschwanz fest. „Die Maßnahmen in anderen Städten scheinen geeigneter, um auch die außerklinische Geburtshilfe zu fördern und die Förderung so einzusetzen, dass sie möglichst viele Hebammen unterstützt, beispielsweise über eine direkte Prämie oder die Organisation einer mobilen Reserve für die Geburtshilfe oder die Wochenbettbetreuung.“
Auch wenn sich 2023 nichts mehr daran ändern wird, dass nahezu der komplette Förderbetrag in die Hebammenkoordinationsstelle fließt, hat sich das hartnäckige Bearbeiten des Themas für die GRÜNEN-Stadtratsfraktion gelohnt: Künftig wird es einen Runden Tisch geben, der sich mit der Frage beschäftigen wird, wie man die Fördermittel besser nutzen kann, um mehr Hebammen einzubeziehen. Xenia Hasenschwanz wird regulär an dieser Gesprächsrunde teilnehmen und sich für eine breitere Förderung einsetzen: „Vor allem im Bereich der Unterstützung, Stärkung und Sicherung der Wochenbettbetreuung sind dringend Maßnahmen erforderlich, damit sich alle Frauen in Fürth auf eine gute Nachsorge verlassen können.“
Im Übrigen haben sich inzwischen bundesweit Plattformen etabliert, die genau die Hauptaufgabe dieser Koordinationsstelle erfüllen, nämlich das Vermitteln von Hebammen an suchende Frauen. Der Deutsche Hebammenverband e. V. betreibt beispielsweise das Portal www.ammely.de.
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