Im letzten Newsletter haben wir ausführlich unter der Rubrik „Hintergrund“ über PFAS berichtet, also über Per- und Polyfluorierte Chemikalien (PFC) bzw. Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), von denen man aktuell immer wieder in den Medien liest oder hört. Die Stoffgruppe umfasst hunderte von Industriechemikalien. Sie bauen sich nicht von alleine ab, reichern sich in Böden und im Grundwasser an und gelangen auf diesem Weg sogar in unser Essen. Laut Umweltbundesamt hat ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat eine bedenkliche PFAS-Konzentration im Blut.
Das war Grund genug für uns, nachzufragen: Wie sieht es mit PFAS in Fürth aus? Auf unseren Antrag zum Umweltausschuss im März bekamen wir erste Antworten von der Verwaltung, die nun im Juli vom Wasserwirtschaftsamt und der Infra weiter ergänzt wurden.
In Bayern sind die „Leitlinien zur vorläufigen Bewertung von PFC-Verunreinigungen in Wasser und Boden“ des LfU-Bayerns mit Stand April 2017 bzw. Juli 2022 für Untersuchungen maßgeblich. Gefundene PFAS-Belastungen werden nach den vorläufigen Stufen- bzw. Geringfügigkeitsschwellenwerten beurteilt. An drei Orten wurden tatsächlich als schädlich eingestufte Boden-Verunreinigungen gemessen: Im Gewerbepark Süd (Schwabacher Straße), an der Wolfsgrubermühle (Mühlstraße) und im Bereich der Monteith-Barracks (Vacher Straße). Falls relevante Boden-Verunreinigungen gefunden werden (etwa im Rahmen von Bauvorhaben), wird immer eine Ursachenforschung eingeleitet.
GRÜNEN-Stadträtin Sabine Weber-Thumulla beschäftigt sich auch beruflich mit dem Thema Umweltschadstoffe. Sie erklärt: „Es gibt zwar belastete Stellen in Fürth, aber zum Trinkwasser gibt es gute Nachrichten: Das von infra fürth gmbh abgegebene Trinkwasser weist keine PFAS-Befunde auf.“
Zu Vergleichen mit den Nachbarkommunen hatte die Verwaltung keine Erkenntnisse. Auch zu Veränderungen im Laufe der Zeit konnten noch keine Aussagen getroffen werden, da es meist keine Vergleichsmessungen aus früheren Jahren gibt und schon gar keine konzipierten Monitoringkampagnen. Zu potenziellen Schadensflächen und eventuellen Plänen zum Umgang mit kontaminiertem Erdreich bei Bauprojekten, z.B. beim Neubau HSG, konnte die Verwaltung ebenfalls noch nichts Konkretes sagen. Die Sanierung und Entsorgung der sogenannten Ewigkeitschemikalien wird eine Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte. Immerhin hat man seitens der Stadt schon in den letzten Jahren beispielsweise alle vorhandenen PFAS-haltigen Schaummittel entsorgt und die Tanks fachgerecht gereinigt.
„Ich bin mir sicher, dass uns das Thema PFAS noch oft beschäftigen wird“, meint Sabine Weber-Thumulla. „Durch ihre wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften werden diese Stoffe in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet. Sie stecken in vielen Verbraucherprodukten (z. B. Backpapier, Teflonpfannen) und werden bei den unterschiedlichsten Fertigungsprozessen in der Industrie eingesetzt. Sie können also auf vielen Wegen in Boden und Grundwasser gelangen – direkt, aber auch indirekt. Und da es aktuell keine klare Deklarationspflicht gibt, kann man diese Stoffe ja auch gar nicht sicher vermeiden. Als Privatperson genauso wenig wie als Kommune.“
In der Vorlage um GRÜNEN-Antrag schlägt die Verwaltung allerdings vor, „die Anfrage zum Anlass zu nehmen, um im „Steuerungskreis Nachhaltige Beschaffung“ zu prüfen, ob es zu den einzelnen Produktarten PFAS-freie, praxistaugliche Alternativen gibt und ob/wie dies in den Vergaberegularien berücksichtigt werden kann.“
Darüber freut sich Sabine Weber-Thumulla: „Immerhin haben wir mit unserem Antrag das Problembewusstsein weiter geschärft.“





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