„Als Schrebergärtner weiß ich, welche Mengen an Grünabfällen vor allem im Herbst und Frühjahr in einem Garten anfallen. Die Frage ist dann: Wohin damit?“ So umreißt Stadtrat Philipp Steffen die Problematik, die viele Fürther*innen betrifft. Denn im gesamten Stadtgebiet Fürth gab es bislang nur eine einzige Stelle, wo man solche Gartenabfälle anliefern konnte: am Kompostplatz in Burgfarrnbach. Wenig bürgerfreundlich, wie Philipp Steffen findet: „Hunderte von Gartenbesitzer*innen karren im Frühjahr und Herbst Grüngut im Kofferraum oder in Hängern quer durch die ganze Stadt. So werden jedes Jahr Tausende von Kilometern auf der Strecke nach Burgfarrnbach gefahren, die leicht zu vermeiden wären, wenn man mehrere dezentrale Sammelstellen einrichten würde.“
Manche Privatleute sind daher schon dazu übergegangen, auf eigene Kosten einen Container zu ordern und die Gartenabfälle darin zu sammeln, bevor sie dutzende Male nach Burgfarrnbach fahren. Dabei gibt es eigentlich einen gültigen Beschluss des Umweltausschusses vom 12.7.2018, dass am Recyclinghof Karolinienstraße probeweise eine Grüngutsammelstelle eingerichtet werden soll. Der Beschluss erfolgte damals auf einen Antrag der GRÜNEN-Stadtratsfraktion hin, wurde aber von der Stadt nie umgesetzt.
Das Thema beschäftigte weiterhin viele Fürther*innen, wie auch Beiträge auf Bürgerversammlungen zeigten. Deshalb stellte die GRÜNEN-Stadtratsfraktion im Dezember 2019 erneut einen Antrag. „Es ist wirklich höchste Zeit, diese vermeidbaren Fahrten zu beenden und dafür zu sorgen, dass die Fürther*innen ihren Gartenabfall nicht nur an einer einzigen Stelle weit draußen loswerden können“, meint Philipp Steffen.
Die Befürchtung, dadurch falle mehr Grünschnitt an, der die Kapazität des Kompostplatzes in Burgfarrnbach übersteigen könnte, teilt er nicht: „Niemand schneidet mehr Zweige von seinen Sträuchern ab, nur weil sie jetzt bequemer entsorgt werden können. Der ohnehin anfallende Gartenabfall wird nur dezentral erfasst und nicht in vielen Einzelfahrten angeliefert. So kann eine ganze Menge an CO2eingespart werden!“
Neben der ganzjährigen Abgabemöglichkeit von Grüngut am Recyclinghof Karolinenstaße beantragten die GRÜNEN-Stadträt*innen auch, dass zusätzlich zweimal im Jahr für einen begrenzten Zeitraum frei zugängliche Grüngutcontainer im Stadtgebiet verteilt aufgestellt werden – in Stadtteilen mit hohem Gartenanteil und in der Nähe von Kleingartenanlagen:
Mit Erfolg: Die Verwaltung prüft nun, ob auf dem Recyclinghof Süd die Schaffung einer Möglichkeit zur Annahme von Gartenabfällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sowie rechtlich möglich ist.





Neuste Artikel
Kandidaten Kandidatur Wahl Wahlen Wahlkampf Wahlprogramm
Unsere Stadtratsliste und unser Wahlprogramm
Hier findet Ihr alle unsere Kandidatinnen und Kandidaten und das Kurzwahlprogramm für die Kommunalwahl am 8. März.
Busfahrt Grüne Verkehrspolitik Nahverkehr ÖPNV Ringbuslinie Veranstaltung Verkehrsmittel Wahlkampf
Pressemitteilung: Grüne Fürth verschieben geplante Ringbusfahrt aus Solidarität mit Streikenden um eine Woche
Fürth, 26. Februar 2026 – Am Samstag, 28.2.26, sollte eigentlich die lang geplante Ringbusfahrt durch Fürth stattfinden. Diese Aktion hatten die Fürther GRÜNEN organisiert, um den möglichen Streckenverlauf einer Buslinie durch die Fürther Vororte ohne Umweg in die Innenstadt erlebbar zu machen. Für die Idee der Ringbuslinie werben die GRÜNEN schon seit vielen Jahren. Annette…
Bauen Gewerbe Verkehr Wirtschaft
Antrag: Öffentliche Nutzung des Gebäudekomplexes ehemals „Möbel Flamme“
25.02.2026 – Das Möbelhaus Flamme schließt Ende März seine Türen wegen Geschäftsaufgabe. Bleibt die Frage, was künftig auf dem Gelände und mit den Gebäuden passieren soll. In perfekter Gewerbelage an der B8, mit sehr guter Verkehrsanbindung zu Bus, S- und U-Bahn drängt sich auch der Gedanke an eine öffentliche Nutzung auf. Sicher gibt es in…
Ähnliche Artikel
Lufthygiene | Müll | Müllvermeidung | Natur | Sicherheit | Tiere | Tierschutz | Umwelt
Tierfreundlicheres Feuerwerk
Beim Feuerwerk scheiden sich die Geister. Während die Einen den Anblick genießen und an Silvester viel Geld für Raketen und andere Pyrotechnik ausgeben, finden die Anderen, es handelt sich um reine Geldverschwendung. Doch außer „Es ist etwas Besonderes und ein schöner Anblick.“ gibt es keine Argumente für Feuerwerk. Gegenargumente finden sich jedoch viele: Lärmbelästigung, Feinstaubbelastung,…
Abfall | Auftragsvergabe | Bauen | Bauprojekte | Finanzen | Finanzierung | Müll | Mülltrennung | Projektplanung
Warum der extern zu vergebende Bau des Abfallwirtschaftszentrums in diesem Fall eine gute Sache ist
Fürth benötigt dringend ein neues Abfallwirtschaftszentrum. Der moderne Gebäudekomplex inklusive neuem Recyclinghof ist auch bereits fix und fertig geplant. Doch mit dem Bau auf einer Gewerbefläche an der Rezatstraße am Fürther Hafen konnte bislang nicht begonnen werden, weil die Stadt nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt und eine entsprechende Verschuldung zur Finanzierung haushaltsrechtlich nicht…
Freizeit | Gastronomie | Innenstadt | Mehrweg | Mehrwegbecher | Müll | Müllvermeidung | Naturschutz | Pfand | PFAS | Plastikmüll | Umwelt | Umweltschutz
Hindernisse bei der Einführung einer Verpackungsabgabe
Die Stadt Tübingen hat es getan: Seit Anfang 2022 wird dort eine Abgabe auf Einwegverpackungen fällig: 50 Cent pro Becher oder Box, 20 Cent pro Besteck. Die Abgabenpflicht betrifft Gaststätten, Restaurants, Cafés und Imbissläden, aber auch Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelgeschäfte und Tankstellen, die Getränke und Speisen in Einweg-Verpackungen im Angebot haben. „Eine Super-Idee!“, findet GRÜNEN-Stadträtin Gabriele…